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Ein Tagespolitik-Eintopf

Flughafen Integraknut 21 Baustopp!

28. Oktober 2010 von

Zur Zeit haben es politische Kommentatoren leicht, denn es gibt nur zwei Themen: Integration und Stuttgart 21. Vielleicht haben sie’s deshalb auch besonders schwer, keine Ahnung.

Wenn der politische Kommentator raffiniert ist, schafft er es, beide Themen in einem Artikel zu verbraten (bzw. sie zu integrieren), wie Alexander Gauland im Tagesspiegel vom 18.10.2010. Bei ihm ist der Verknüpfungspunkt: dass die Diskussion um ein Thema nicht dann geführt wird, wenn sie wichtig oder notwendig ist, sondern wenn sie unausweichlich geworden ist, weil jemand sie erzwingt — oder weil sie durch letzte zu schaffende Tatsachen erzwungen wird.

Schade eigentlich, dass sich unsere Gesellschaft um wichtige Fragen erst dann schert, wenn sie “in dreifacher Ausfertigung unterschrieben, eingereicht, zurückgereicht, beanstandet, verloren, gefunden, einer öffentlichen Untersuchung unterworfen, wieder verloren und schließlich drei Monate in weichen Torf gesteckt und als Feueranzünder wiederverwendet” wurden (D. Adams). Wir wollen vorher ganz genau wissen, was da hinten bei rauskommt. Planerische Präimplantationsdiagnostik. Weiterlesen →

Katzenallergie

See ya…

27. Oktober 2010 von

Schneeleopard beobachtend

Foto: Kathleen Mangatter

Gastbeitrag von Christina Lumper

Die Sprache der Kunden sprechen…

26. Oktober 2010 von

Kisten

Freitag Nachmittag. Was am Morgen noch sehr fraglich war, gilt nun als sicher. Es ist vollbracht. Das Projekt in Sack und Tüten – nein, besser: in normgerecht gefaltetem Ordnerkarton. Damit stehe ich nun in einer langen Schlange Wartender in der Hauptpost. Will alles fristgerecht abschicken. Freue mich auf das zu erwartende Kribbeln, die Aufregung, die Vorfreude – wie alles wohl gefällt; ob wir den Punkt getroffen haben. Ob wir den Zuschlag erhalten.

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bad banks

Wissen worauf man setzt

25. Oktober 2010 von

Herbstlandschaft mit ros Bank

Foto: Kathleen Mangatter

Gastbeitrag von Niels Reszies

Stromausfall (2)

22. Oktober 2010 von

mond

Der Parkplatz des Discounters ist hell erleuchtet. Vor über einem Monat war hier aber alles abgesoffen. Die neuen Leitungen sind top. Die Verkäuferin am Infostand wundert sich nicht mehr über die nach Kerzen fragenden abendlichen Besucher ihres Ladens, nachdem ich ihr sagte, dass in Zittau die Lichter ausgegangen sind. Der Strom des Ladens ist echt, versichert sie mir, kein Notstrom aus den eigenen Aggregaten, was ich an der vollen Beleuchtung auch hätte selbst erkennen können.

Ich steuer zielsicher zu den Stellen, an denen ich die Notwendigkeiten einpacke und will mich gerade über die Besucher mit den übervollen Einkaufskörben ärgern, die jeweils das Ende der Schlangen an den beiden einzigen geöffneten Kassen bilden. Ach ich habe doch Zeit und entdecke einen Freund beim Abkassieren. Der kauft sich Kerzen, weil er noch nie Weihnachten in seiner neuen Wohnung erlebt hat und daher keine Stummel besitzt.

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Gastbeitrag von Niels Reszies

Stromausfall (1)

21. Oktober 2010 von

Stromausfall

Ein Flackern, ein Blinken, das Knacken von Relais, dann die laute automatische Bildröhrenentmagnetisierung, das Bild fällt zusammen, das dudeln aus dem Radio hört auf, ein piepen. Ruhe. Dunkel. Der Laptop geht noch, von dem stammt das Piepen, wenn die Stromversorgung weg geht. Hinter den Fensterscheiben hat das Leuchten des angestrahlten Kirchturmes aufgehört.

Ich kann mich orientieren. Im Schein des Laptop finde ich meine Fassung wieder, stürze zur Tür und sehe dass die gesamte Wohnung dunkel ist. Achja, die Turmbeleuchtung hat es ja auch erwischt. Die Straße rechts, dunkel, die Straße links, dunkel. Helligkeit nur vom Vollmond der extra für dieses Ereignis, um einen Tag verlängert wurde, so scheint es, hell von oben. Ich suche das Feuerzeug und finde den Weg zur ersten Kerze, die ich in der Wohnung weiß und entfache den leichten Schein.

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Neulich beim Frischkäsekauf

Schlachtfrisch auf den Tisch

20. Oktober 2010 von

Übermorgen fress ich dich

So frißt's Würmlein frisch Keimlein-Blatt,
Das Würmlein macht das Lerchlein satt,
Und weil ich auch bin zu essen hier,
Mir das Lerchlein zu Gemüthe führ.

Johann Wolfgang von Goethe

Ich habe es getan. In diesem kleinen, liebevoll eingerichteten Bio-Laden in einer alten Holzhaus-Scheune hab ich das Unwort gesagt: "Schlachten".
Die Verkäuferin hatte mir erzählt, dass es der letzte Ziegenfrischkäse für dieses Jahr sein würde und dass wir Glück hätten, noch welchen zu bekommen.
"Ach, dann werden die Ziegen wohl geschlachtet?" wollte ich wissen.
Die Frau schaute mich entgeistert an. Hatte Sie sich wirklich nicht verhört? Hatte da tatsächlich jemand in diesen heiligen Hallen etwas von „Schlachten“ gesagt? Ich sah auf Ihrem Gesicht grauenhafte Bilder vorbeiziehen: Todesangst in den lieben Äuglein, rotes Blut auf weißem Ziegenfell, besudelte, lange Messer und jämmerliche Todesschreie.

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Frisch gewürzt

Die Zwickmühle

19. Oktober 2010 von

Jugendstil

Also, die Sache ist etwas kompliziert; das haben Zwickmühlen meistens so an sich. Am besten, ich fange mit dem Schrank an. Ich hatte das traumhaft schöne, aber leider sehr verwahrloste Möbel zufällig auf dem Boden einer ehemaligen Nachbarin entdeckt und für ganze 20 Mark erwerben können. Zum Aufarbeiten hatte ich vorderhand keine Zeit und deshalb stellte ich es mit Hilfe von Freunden "vorläufig" in meiner Bodenkammer ab. Da stand es immer noch, als ich wenige Jahre später umzog. Mein Freund Kümmelchen half mir beim Umziehen, verguckte sich darein und ich schenkte es ihm, wenn auch schweren Herzens, weil es – damals – zu meinen übrigen Möbeln überhaupt nicht paßte, und weil Kümmelchen als Restaurator – leider – auch wesentlich mehr damit anfangen konnte als ich. Kümmelchen setzte den Schrank instand und zierte damit das Stübchen seiner Gefährtin Amanda. Der Schrank ziert das Stübchen seither außerordentlich und lacht mich bei meinen Besuchen immer etwas schadenfroh an, wie mir scheint, aber – geschenkt ist geschenkt.

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Maritimes

Sonne, Salz und Gummibärchen

18. Oktober 2010 von

Bootsblick, Ostsee

Foto: Kathleen Mangatter

Ich hätte es ja nicht für möglich gehalten, dass ich wie selbstverständlich irgendwo zwischen Peenemünde und Wolgast, den Jungs Kaffe koche, während die versuchen, das kleine Schiffchen hart am Wind zu halten. Man könnte sagen, ich sei spontan einer Einladung eines entfernt Bekannten gefolgt, habe ein paar Klamotten, Gummibärchen und meine Kinder eingepackt und finde mich auf einem putzigen wassertauglichen Gefährt namens Tayawinga wieder. Unwissend, und absolut blond bin ich losgefahren, merke was man braucht und was völlig überflüssig ist – egal…
Nun, es könnte mir gefallen, das Segeln, das auf der wilden Ostsee Umherschippern, jetzt, da ich weiss, wie sie sich so anfühlt, diese Mischung aus der fast unerträglichen Enge des "Äppelkahns" und der grenzenlosen Weite bis zum Horizont.

Tagediebe on tour (2/2)

Oben unten ohne

15. Oktober 2010 von

wein

An der portugiesischen Atlantikküste gefiel es mir ausnehmend gut. Die Erwähnung der Atlantikküste ist insoweit bemerkenswert, als dass Portugal von keinen anderen Gewässern als eben jenem umspült wird. Aber der Süden wirkt mit seinen sanften Wellen und dem Geruch verwester Sonnenmilch ungleich mediterraner als der raue Westen. Hier und nur hier sind auch diese wirklich gutausehenden jungen Männer anzutreffen, die mit riesigen Surfbrettern unter dem Arm in hölzernen Strandbars weiche Getränke zu sich nehmen.

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