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Andi Herrmann

Sprechen Sie Andi? Heute: Teilen

10. Dezember 2013 von

Bild: flickr/PetitPlat - Stephanie Kilgast

Bild: flickr/PetitPlat – Stephanie Kilgast

Als ich mich neulich mit meiner Freundin blödelnder Weise in der dritten Person unterhielt, entstand folgender, eigentlich völlig sinnfreier Dialog:

„Wieso sprechen wir eigentlich in der dritten Person von uns?“
„Weil wir ‘ne Macke haben.“
„Nur eine? Na gut, aber die teilen wir uns. OK?“
„Die teilen wir uns? Ja, na klar. Eigentlich teilen wir ja öfter irgendwas miteinander. Warum nicht auch unsere vielen Macken?“
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Jack Tyler Sparks

TO PARIS WITH KIDS Teil 2

8. Dezember 2013 von

Bild: flickr/005 MARCO

Bild: flickr/005 MARCO

DIE NACHT – SICH SELBST HAT ER MITGEBRACHT

In der ersten Nacht falle ich zum ersten Mal in meinem Leben aus dem Bett. Kein Wunder, wenn man in einer Solidargemeinschaft zu viert in einem Bett pooft, das für zwei gedacht ist. Die Kinder haben es mit dem Fernsehen etwas übertrieben. Wir haben drei Fernseher in unserer Suite, bzw. vier, wenn man den kleinen Bildschirm mitzählt, der in den Badezimmerspiegel eingelassen ist. Sofie kuckte oben auf der Empore, wo der Esstisch steht, wie gewöhnlich Kickboxen, rief ab und zu „Blut“ und reckte dazu die Faust in die Luft. Jade war im Wohnzimmer fasziniert von einem grässlichen japanischen Trickfilm mit Klingelingmucke, in dem Bambifakes aus dem Weltraum und diverse Prinzessinnen vorkamen, und Tarek hatte im PayTV vom Schlafzimmerfernseher einen schönen SCIFI-Horrorfilm gefunden: „Cloverfield“. Ich machte wegen der Kinder einen auf intellektuell und las mit meiner neuen Billiglesebrille in Sloterdijks „Zeilen und Tage“ und amüsierte mich schmunzelnd in einem wunderbar bequemen Fauteuil. Weiterlesen →

Jack Tyler Sparks

TO PARIS WITH KIDS Teil 1

7. Dezember 2013 von

Foto: flickr/Pawel

Foto: flickr/Pawel

Der TGV rauscht mit 330 km/h dahin. Er kommt mir erheblich flotter vor als der deutsche ICE. Die TGV-Triebwagen sehen nach Muscletrain aus. Der ICE ist mir zu sachlich außen, keine Show. Den Kindern gefällt der TGV auch besser. Unser Waggon hat 2 Stockwerke und wir sitzen, wie spannend, in der oberen Etage. Die Sitze finden die Kids breiter und bequemer als in dem deutschen Zug. Jeder bekam nach der Abfahrt in Karlsruhe vom Steward außerdem eine kreischend bunte und geheimnisvolle Frühstücksbox im Weihnachtsdesign, die schwierig aufzukriegen ist. Tarek, mein Sohn, kommt am besten voran. Sophie und Jade, meine Töchter, zerren und bohren mit ihren Fingern erfolglos an der Verpackung. Tarek fängt dann wieder an, Sophie zu ärgern und labert sie voll, sie müsse das so und so machen und ob sie tatsächlich zu doof dazu sei, das Ding aufzukriegen. Die beiden haben sich ständig in den Haaren, meistens spielerisch. Tarek nörgelt also weiter an Sophie rum, dass sie verhungern würde, weil sie zu klein und zu schwach sei, die Schachtel aufzubekommen, und Sophie hört sich das erst mal still an und macht weiter an der Frühstücksbox herum. Plötzlich wird ihr aber das Palaver von Tarek zu bunt und sie haut ihm blitzartig und mit voller Wucht die Frühstücksbox über den Schädel und schreit ihn an, dass er aus dem Maul stinken würde. Der linke Deckel von der Frühstückbox springt dabei auf seinem Kopf auf und ein in Zellophan verpacktes Industriebrötchen fliegt Jade ans Ohr. Weiterlesen →

Alexander Puchtler

Der Wille zur Macht

6. Dezember 2013 von

Bild: flickr/daveynin

Bild: flickr/daveynin

Macht hat gewöhnlich etwas damit zu tun, dass jemand das Sagen hat. Beispielsweise hat dieser Jemand einen überdurchschnittlich großen und dicken Daumen, mit dem er Menschen jederzeit auf den Boden drücken kann, wenn es ihm beliebt (Daumenmacht). Oder er hat zusätzlich zum großen und dicken Daumen einen passenden großen und dicken und roten Knopf, durch dessen Betätigung ganz viele Menschenleben auf einmal wegschwubsen (prototypische Weltmacht). Weiterlesen →

In der Klischeefalle

Frauentag

5. Dezember 2013 von

Foto: flickr/Stephen Burch

Der Bote der Racheengel kommt mit dem Fahrrad. Auf dem roten T-Shirt prangt die Aufschrift „Post Modern“. „Sind Sie Herr Altmann?“ Ich nicke. „Gut, ich habe hier ein Einschreiben für Sie. Wenn Sie bitte hier quittieren würden.“ Verdutzt drehe ich den Umschlag mehrmals um. Sieht irgendwie offiziell aus. Aber seit wann sind Amtsschreiben in einem rosafarbenen Kuvert? Und dann dieser Absender: Karolina Gott, Abteilung Frauenangelegenheiten. Keine Straße, kein Ort, nix.

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Unter Leuten

Die Zeichen mehren sich

4. Dezember 2013 von

Foto: flickr/okej

Foto: flickr/okej

Die Zeichen mehren sich. Die Krähen sammeln jetzt schon Nüsse. Bald fällt der erste Schnee. Ein furchtbar fettes Kind geht zur Toilette. Sein furchtbar fetter Vater folgt.
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Lachen auf dem Schrottplatz

Witze mit Barth

3. Dezember 2013 von

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Foto: flickr/dr.jazz

Sketchcomedy im Fernsehen ist tot: lustlose und leblose Geschichten, deren Ausgang schon abzusehen ist, bevor der Sketch eigentlich Fahrt aufgenommen hat. Schlechte Schauspieler, künstliche Dialoge und vorhersehbare Pointen (falls es überhaupt eine erkennbare Pointe gibt). Weiterlesen →

Sensation im Kanzleramt

Gott und das Grundeinkommen

29. November 2013 von

flickr/Michelle Foocault

flickr/Michelle Foocault

Eine halbe Stunde, nachdem Gott ins Bundeskanzleramt eingezogen ist, macht er sich sofort ans Werk. Er versammelt alle Beamten der Ministerien und hält eine kurze Ansprache: „Ich habe eine gute Nachricht für euch. Ihr könnt ab sofort die ganze Energie für eure Familien und eure Umwelt einsetzen. Ich befreie euch von der Ungnade, dass ihr nach Abschluss der Hochschule genau wisst, mit wie viel Rente ihr 35 Jahre später in Pension geht. Ihr seid nun frei. Macht das Beste daraus.“ Weiterlesen →

Monatssichten

November

28. November 2013 von

flickr/RevolTee

flickr/RevolTee

November, Du mein süßer Freund. Monat der Schleimmonster, macht mir die Apothekenumschau weiß. Ich weiß nicht, ich bin ja kerngesund abgesehen von diesen hämmernden Erkältungsschmerzen. Vom schier zerplatzen wollenden Kopf ausgehend, über rotglühende Augäpfel, aus denen Tränen wie Fontänen schießen, bis hinunter, tief in die eitrig entzündeten Fußnagelbetten. Weiterlesen →

Alexander Puchtler

Das ist ja richtiggehend…misan…philan…schizothropisch!?

27. November 2013 von

flickr/Kaptain Kobold

flickr/Kaptain Kobold

 

Der Mensch ist doch…also wenn man ihm auf der Straße begegnet…der Mensch ist nicht schön. Unabhängig von ästhetischen Merkmalen. Natürlich, mancher Mensch ist hübsch wie eine Plastikpuppe, aber das ist einer seltenen Symmetrie zu verdanken. Der Mensch selbst ist krumm, buckelig, verkratert, und das Menschengesicht ist die Leinwand, auf welche die fade Folie Menschheit diaprojeziert wird, bis der letzte in der Klasse einschläft. Weiterlesen →

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