Kontakt | Impressum
Politik

21. März – Von Schnauzbärten und Intrigen

21. März 2011 von

Bismarckdenkmal Berlin Grunewald

Wir haben viele von ihnen erlebt, die meisten jedoch nie zu Lebzeiten. Wir kennen sie aus Geschichtsbüchern und aus dem Fernsehen. Einigen wurden Filme gewidmet, anderen Reportagen. An den ersten können wir uns erinnern, sein Gesicht, nie lächelnd, schaut willensstark, oft in Öl von Quadratmeter großen Leinwänden auf uns herab. Die, die ihm folgten, wurden Teil unserer Geschichte. Manche von ihnen ein guter, andere ein schlechter und nicht wenige auch nur ein vergessener. Weiterlesen →

5/12

Best of Fürst Pückler

18. März 2011 von

Best of Fürst Pückler

Zitat: Fürst Hermann von Pückler-Muskau (1785-1871)
Grafikdesign: Arielle Kohlschmidt

Lexikalisches

Politiker-Deutsch, Deutsch-Politiker, Teil II

17. März 2011 von

Politiker.2

Liebe Parteifreunde,
nach dem überwältigenden, erdrutschartigen Sieg unseres ersten Artikels haben wir (Ingolf Griewank) uns nach reiflicher Überlegung und auf vielfachen Wunsch unserer Verantwortung gestellt, einen zweiten Teil den Bürgerinnen und Bürgern zuteil werden zu lassen. Hier also die Fortsetzung des Lexikons “Politiker-Deutsch, Deutsch-Politiker.”

Lexikon: [A-C] [D-E] [E-J] [K-M] [N-S] [S-Z]

Demagogie
Bin ich in der Opposition, darf ich ordentlich auf den Putz hauen, alles kritisieren und Geldgeschenke für jedermann fordern. Stellt meine Partei hingegen die Regierung, sollte ich diese Forderungen als “Populismus” bezeichnen oder – eine Nuance schlimmer – als “Demagogie“.

Denkverbot
Stellt Euch vor: Ich habe einen wirklich fiesen politischen Plan: will Ausländer abschieben, den „finalen Rettungsschuss“ erlauben oder Alleinerziehende zur Kasse bitten. Der Gegner kostet dies natürlich aus. In diesem Fall halte ich ihm entgegen: „Denkverbote helfen nicht weiter.“ (Ideale Vorgehensweise übrigens auch, wenn ich eine Tiefgarage unter dem Schönleinsplatz errichten will.)

Weiterlesen →

Zerfall

Not in my backyard

14. März 2011 von

Japan - Land der aufgehenden Sonne

Wir haben es ja gewusst. Schon immer. Wir wollen so ein Ding nicht in unserer Nähe haben. Und so lange das so bleibt, konzentrieren wir uns auf die wichtigen Dinge im Leben.

Denn trifft es die Japaner, trifft es nicht uns. Trifft es die Ukrainer, trifft es auch fast nicht uns. Erdbeben und Schlamperei sind ja gar nicht möglich bei uns.

Wir sind die schweigende und billigende Mehrheit des Systems – ohne die nichts geht. Wir sind die Fettaugen des Kapitals. Wir schwimmen oben und wir schwimmen mit. Weil wir gar nicht anders können. Weil wir gar nicht anders wollen. Wir Ratenzahler und Werbepausengucker.

Denn wenn wir wollten, könnten wir. Doch uns kann man kaufen. Denn so wie es läuft, läuft es gut für uns. Keine Details bitte. Wir vertrauen dem System und werden von ihm dafür belohnt. Wir müssen nicht selber denken. Wir haben auch keine Zeit dafür. Wir wollen uns nicht streiten und ärgern und gar nicht erst so tun, als wüssten wir etwas besser.

Wir haben kein zweites Leben. Wir haben nur eins und das kostet Geld. Wir machen Fehler, weil wir Hunger haben. Und wir machen Fehler, weil wir satt sind.

Aber lernen wir dazu? Vielleicht. Bis zur nächsten Katastrophe.

Foto: Arielle Kohlschmidt

Lexikalisches

Politiker-Deutsch, Deutsch-Politiker

11. März 2011 von

Flasche im Landtag

Liebe Bürgerinnen und Bürger draußen in unserem Lande,

Fakt ist doch, dass in Zeiten der Globalisierung ein erschreckender Reformstau fröhliche Urständ feiert. Der Herr Müller von der Demokratischen Volkspartei hat keine zielführenden Konzepte. Wir dagegen als volksnahe Demokraten treten entschieden und konsequent für die konstruktive Umsetzung unseres Zukunftsplans ein, um die Herausforderungen mit Stärke und Weitsicht zu meistern. Dafür, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist es alternativlos, dass Sie als Männchen von der Straße, auch wissen, wovon ich überhaupt rede. Aus diesem Grund habe ich hier klar und rückhaltlos ein Lexikon Politiker-Deutsch begonnen, um Sie nicht im Regen stehen zu lassen und dort abzuholen, wo Sie sind, denn ich habe ein offenes Ohr für Ihre Sorgen und Nöte und weiß, wo Sie der Schuh drückt.

Hochachtungsvoll
Ihr Ingolf Griewank

Lexikon: [A-C] [D-E] [E-J] [K-M] [N-S] [S-Z]

Allheilmittel
Ein Wort, das den politischen Profi auszeichnet. Ich benutze es ausschließlich negativ für Pläne und Aussagen meines politischen Gegners, z.B.: Umweltzonen sind kein Allheilmittel, kein Allheilmittel zur Lösung der kommunalen Finanzprobleme oder Körperscanner sind kein Allheilmittel! Bedeutung: Die Jungs von der anderen Partei haben wirklich einen guten Schachzug gemacht, ich hoffe, dass ich noch etwas Negatives an ihrem Projekt finde.

alternativlos
Beschreibt jedes eigene politische Projekt. Ein toller Begriff, da er aussagt, dass es nicht anders geht. Sagt der Gegner: „Nein, die Abschaffung der Rentenkürzung ist nicht alternativlos“, versteht durch die vierfache Verneinung keiner mehr, was gemeint ist und ich kann ihm vorwerfen, immer negativ zu denken und alles „schlechtzureden“. “Alternativlos” war das Unwort des Jahres 2010.

Weiterlesen →

Lyrik

Berufswechsel

10. März 2011 von

Berufswechsel

Foto: Annett Gernhardt

Als die Argumentation sich zu langweilen begann,
weil sie sich vom Redner vernachlässigt fühlte,
verließ sie ihn
und machte sich auf,
woanders ein neues Betätigungsfeld zu finden,
in dem sie mehr Gehör erhoffte.

Die Akte Speedy

Die Akte Speedy – The Final Countdown

9. März 2011 von

speedy-final

Was bisher geschah: Die Industriemafia und der Superkiller Cancer sind hinter Speedy und Charlene her. Die Flucht führt sie in die Gaußstraße.

Speedy ist verblüfft. “Du meinst, dieser Cancer war der alte Typ vorhin in der U-Bahn?” – “Genau!”, Charlene schaut sich um, als ob sie jeden Moment befürchtet, einen bewaffneten Killer um die Ecke kommen zu sehen. Und ehrlich gesagt, ist diese Befürchtung nicht ganz unberechtigt. “Wir müssen weiter!”

Sie laufen über die Brücke nach Moabit und wollen gerade in die Huttenstraße einbiegen, als sie eine zischende Stimme hinter sich hören. “Tss tss tss, meine Süßen! Ihr wisst doch: Vor Cancer kann man nicht weglaufen.” Panisch blicken sich Speedy und Charlene um, aber überall sind schon die schwarzen Männer mit den bösartig aussehenden Waffen. Einer will nach Charlene greifen, da klickt etwas in Speedy. Er brüllt: “Lass sie in Ruhe!” geht auf den Mann zu, spürt einen scharfen Schmerz am Hinterkopf, und alles wird schwarz. Weiterlesen →

Lyrik

Vorfall

8. März 2011 von

Vorfall

Bild: Arielle Kohlschmidt

Die Pünktlichkeit wurde von der Übereile passiert.
Das gefiel ihr ganz und gar nicht.
Und so schnitt sie den rasenden Lauf dieser Hast.
Es kam darauf zu einer kleinen Rangelei der beiden.

Mit dem Ergebnis: – ihr könnt es euch schon denken -
Die Pünktlichkeit kam zu spät und verlor damit ihre Ehre.

Zeiten geschehen

7. März – Von wilden Tieren und alten Zöpfen

7. März 2011 von

Seifenblasen

Das ist der Kostblog. Sieht eigentlich ganz normal aus. Isser aber nicht. Der Kostblog ist ein Web-Log und man kann ihn lesen. Im Internet. Deswegen heißt er auch Log und nicht Buch. Klingt komisch, ist aber so. Und weil der Kostblog nicht in der Bücherei steht, benötigt man einen Computer. Den haben fast alle und deswegen gucken sich den Kostblog auch so viele an. Jeden Tag. Wie viele es genau sind, weiß man allerdings nicht. Ist aber auch nicht schlimm. Die ersten Weblogs gab es schon vor 15 Jahren. Damals hießen die noch Online-Tagebuch. Weil das aber einigen zu kompliziert war, das mit dem langen Namen, hat sich ein schlauer Mann etwas anderes einfallen lassen. Und deswegen heißt der Kostblog heute Kostblog und nicht Kost-Online-Tagebuch. Der Mann war übrigens Peter Merholz und das Wort Weblog fanden viele richtig gut. Web wie Word Wide Web und Log wie Logbuch. Eigentlich ganz einfach.

Weiterlesen →

Medizin und Technik

Scharfmachers Schatten

4. März 2011 von

Scharfmachers Schatten

Foto: Arielle Kohlschmidt

Wen auch immer ich in den letzten Tagen fragte, niemand wusste mir von Volker Bradke zu erzählen. Das ist bedauerlich, zeigt aber eben, wie nahe Ruhm und Vergessenwerden beieinander liegen. Während ich darüber sinniere, schnarcht ein dicker Mann (immer sind es dicke Männer, die in Romanen schnarchen, nur in der lateinamerikanischen – ganz selten auch in der Literatur des Mittelmeerraums – sind es dicke Frauen) und rutscht im Dämmer den leidlich eleganten ICE-Sessel hinab. Mit freundlicher Aufmerksamkeit verfolgen wir Mitreisenden das kleine Spektakel und schließen stille Wetten mit uns selbst ab, wie tief der Mann noch sinken wird.

Weiterlesen →

Seite: zurück 1 2 3 ... 79 80 81 82 83 84 85 ... 98 99 100 vor