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Politik, Gesellschaft und Wissenswertes von Gestern

28. März – Von Ver- und Bekloppten

28. März 2011 von

Ritterturnier

Der 28. März scheint ein Tag wie viele andere zu sein. Geschichtlich betrachtet birgt er keine Besonderheiten, hält keine vergessenen Überraschungen bereit, lässt sich nur selten im historischen Kontext betrachten. Gut man könnte die Wikinger erwähnen. Die, allgemein bekannt als skandinavische Meeresvagabunden, drangen 845 ins fränkische Hinterland und brannten auf den Tag genau vor 1166 Jahren eine an der Seine gelegene Karolinger-Stadt nieder. Der damalige westfränkische König Karl II, übrigens auch als Karl der Kahle bekannt, sah sich darauf hin gezwungen, Paris durch Zahlung von Lösegeld aus dem Griff der Nordmänner zurück zu kaufen.

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Lexikalisches

Politiker-Deutsch, Deutsch-Politiker, Teil III

25. März 2011 von

geld.zurueck

Völker der Welt!
Schaut auf diesen Blog!
Und wenn Ihr schon dabei seid: Schaut Euch auch gleich Ingolfs Lexikon Politiker-Deutsch, Deutsch-Politiker an. Danke.
Euer Ingolf

Lexikon: [A-C] [D-E] [E-J] [K-M] [N-S] [S-Z]

Entschuldigung
Als Politiker entschuldige ich mich nicht, weil mein Verhalten ohnehin alternativlos ist. Habe ich wirklich einmal ganz großen Mist gebaut, gehe ich wie folgt vor: a) Vorgang prüfen lassen, b) Rückhaltlose Aufklärung zusagen, c) Missverständnis bedauern, d) Rufmord-Kampagne oder Schlammschlacht gegen mich anprangern. — Hat der Gegner mir tatsächlich eigene Straftaten nachgewiesen, spreche ich von einer Dummheit und stelle mein „Amt zur Verfügung“. — Vom politischen Gegner hingegen fordere ich etwa alle zwei Wochen eine Entschuldigung für Lügen, ungeheuerliche Vorwürfe, abfällige Äußerungen, unsachgemäße Entgleisungen oder auch für Inselverkaufsvorschläge.

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Tagebuch der Leichtigkeit

Morgens halb 7 in Entenhausen

23. März 2011 von

Wenn Fräulein Sybille morgens aufwacht, ist SIE bereits da. Putzmunter und mit ekelhaft guter Laune steht SIE neben ihrem Bett. Die Leichtigkeit des Seins. Übermütig dreht diese Kreatur einen Dudelsender auf volle Lautstärke. Jetzt singt sie sogar mit. Achtet dabei nicht einmal auf die richtige Intonation. Geschweige denn auf den englischen Text. Scheint der Leichtigkeit völlig egal zu sein. Weiterlesen →

Gastbeitrag von Thomas Hönel

Fukushima, Zuiganji

22. März 2011 von

Matsushima

Ich blicke aus dem Fenster des mit 190 km/h dahingleitenden Hochgeschwindigkeitszuges, auf Ästhetik bedachte Menschen haben den Zug "Hikari" (Lichtstadt) getauft. Auf meinen Knien halte ich Bento, die wundervolle Reiseverpflegung der Japaner, draußen zieht wechselvolle Landschaft vorbei, Fabriken, Tempel, Berge, Dörfer und Städte. Ich bin auf dem Weg in den Norden der japanischen Hauptinsel Honshu, nach Sendai.

Hinter mir liegen mehrere Tage in Tokyo mit viel Training (Karate), viel unterwegs sein (Tempel, Schreine, Dojos, Parks, Museen, Galerien, Vergnügungsviertel, Shopping) und Menschen treffen (Kampkunst-Kollegen und auch wildfremde). Nun der Norden, was wird mich dort erwarten, wie werden die Menschen und die Landschaft sein – ich bin innerlich so aufgeregt wie die vergangenen Tage. Denn auf meiner Reise treffe ich die unterschiedlichsten Menschen, in den unterschiedlichsten Regionen Japans, denn mein Weg wird mich auch noch in den Süden nach Kyushu und noch 1500 km weiter, nach Okinawa führen.

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Politik

21. März – Von Schnauzbärten und Intrigen

21. März 2011 von

Bismarckdenkmal Berlin Grunewald

Wir haben viele von ihnen erlebt, die meisten jedoch nie zu Lebzeiten. Wir kennen sie aus Geschichtsbüchern und aus dem Fernsehen. Einigen wurden Filme gewidmet, anderen Reportagen. An den ersten können wir uns erinnern, sein Gesicht, nie lächelnd, schaut willensstark, oft in Öl von Quadratmeter großen Leinwänden auf uns herab. Die, die ihm folgten, wurden Teil unserer Geschichte. Manche von ihnen ein guter, andere ein schlechter und nicht wenige auch nur ein vergessener. Weiterlesen →

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Best of Fürst Pückler

18. März 2011 von

Best of Fürst Pückler

Zitat: Fürst Hermann von Pückler-Muskau (1785-1871)
Grafikdesign: Arielle Kohlschmidt

Lexikalisches

Politiker-Deutsch, Deutsch-Politiker, Teil II

17. März 2011 von

Politiker.2

Liebe Parteifreunde,
nach dem überwältigenden, erdrutschartigen Sieg unseres ersten Artikels haben wir (Ingolf Griewank) uns nach reiflicher Überlegung und auf vielfachen Wunsch unserer Verantwortung gestellt, einen zweiten Teil den Bürgerinnen und Bürgern zuteil werden zu lassen. Hier also die Fortsetzung des Lexikons “Politiker-Deutsch, Deutsch-Politiker.”

Lexikon: [A-C] [D-E] [E-J] [K-M] [N-S] [S-Z]

Demagogie
Bin ich in der Opposition, darf ich ordentlich auf den Putz hauen, alles kritisieren und Geldgeschenke für jedermann fordern. Stellt meine Partei hingegen die Regierung, sollte ich diese Forderungen als “Populismus” bezeichnen oder – eine Nuance schlimmer – als “Demagogie“.

Denkverbot
Stellt Euch vor: Ich habe einen wirklich fiesen politischen Plan: will Ausländer abschieben, den „finalen Rettungsschuss“ erlauben oder Alleinerziehende zur Kasse bitten. Der Gegner kostet dies natürlich aus. In diesem Fall halte ich ihm entgegen: „Denkverbote helfen nicht weiter.“ (Ideale Vorgehensweise übrigens auch, wenn ich eine Tiefgarage unter dem Schönleinsplatz errichten will.)

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Zerfall

Not in my backyard

14. März 2011 von

Japan - Land der aufgehenden Sonne

Wir haben es ja gewusst. Schon immer. Wir wollen so ein Ding nicht in unserer Nähe haben. Und so lange das so bleibt, konzentrieren wir uns auf die wichtigen Dinge im Leben.

Denn trifft es die Japaner, trifft es nicht uns. Trifft es die Ukrainer, trifft es auch fast nicht uns. Erdbeben und Schlamperei sind ja gar nicht möglich bei uns.

Wir sind die schweigende und billigende Mehrheit des Systems – ohne die nichts geht. Wir sind die Fettaugen des Kapitals. Wir schwimmen oben und wir schwimmen mit. Weil wir gar nicht anders können. Weil wir gar nicht anders wollen. Wir Ratenzahler und Werbepausengucker.

Denn wenn wir wollten, könnten wir. Doch uns kann man kaufen. Denn so wie es läuft, läuft es gut für uns. Keine Details bitte. Wir vertrauen dem System und werden von ihm dafür belohnt. Wir müssen nicht selber denken. Wir haben auch keine Zeit dafür. Wir wollen uns nicht streiten und ärgern und gar nicht erst so tun, als wüssten wir etwas besser.

Wir haben kein zweites Leben. Wir haben nur eins und das kostet Geld. Wir machen Fehler, weil wir Hunger haben. Und wir machen Fehler, weil wir satt sind.

Aber lernen wir dazu? Vielleicht. Bis zur nächsten Katastrophe.

Foto: Arielle Kohlschmidt

Lexikalisches

Politiker-Deutsch, Deutsch-Politiker

11. März 2011 von

Flasche im Landtag

Liebe Bürgerinnen und Bürger draußen in unserem Lande,

Fakt ist doch, dass in Zeiten der Globalisierung ein erschreckender Reformstau fröhliche Urständ feiert. Der Herr Müller von der Demokratischen Volkspartei hat keine zielführenden Konzepte. Wir dagegen als volksnahe Demokraten treten entschieden und konsequent für die konstruktive Umsetzung unseres Zukunftsplans ein, um die Herausforderungen mit Stärke und Weitsicht zu meistern. Dafür, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist es alternativlos, dass Sie als Männchen von der Straße, auch wissen, wovon ich überhaupt rede. Aus diesem Grund habe ich hier klar und rückhaltlos ein Lexikon Politiker-Deutsch begonnen, um Sie nicht im Regen stehen zu lassen und dort abzuholen, wo Sie sind, denn ich habe ein offenes Ohr für Ihre Sorgen und Nöte und weiß, wo Sie der Schuh drückt.

Hochachtungsvoll
Ihr Ingolf Griewank

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Allheilmittel
Ein Wort, das den politischen Profi auszeichnet. Ich benutze es ausschließlich negativ für Pläne und Aussagen meines politischen Gegners, z.B.: Umweltzonen sind kein Allheilmittel, kein Allheilmittel zur Lösung der kommunalen Finanzprobleme oder Körperscanner sind kein Allheilmittel! Bedeutung: Die Jungs von der anderen Partei haben wirklich einen guten Schachzug gemacht, ich hoffe, dass ich noch etwas Negatives an ihrem Projekt finde.

alternativlos
Beschreibt jedes eigene politische Projekt. Ein toller Begriff, da er aussagt, dass es nicht anders geht. Sagt der Gegner: „Nein, die Abschaffung der Rentenkürzung ist nicht alternativlos“, versteht durch die vierfache Verneinung keiner mehr, was gemeint ist und ich kann ihm vorwerfen, immer negativ zu denken und alles „schlechtzureden“. “Alternativlos” war das Unwort des Jahres 2010.

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Lyrik

Berufswechsel

10. März 2011 von

Berufswechsel

Foto: Annett Gernhardt

Als die Argumentation sich zu langweilen begann,
weil sie sich vom Redner vernachlässigt fühlte,
verließ sie ihn
und machte sich auf,
woanders ein neues Betätigungsfeld zu finden,
in dem sie mehr Gehör erhoffte.

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