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Die Entscheidung

Duell in der Dämmerung (Teil 3)

24. Mai 2011 von

(Teil 1) (Teil 2)

„Wollen wir Linsensuppe essen? Hab noch eine Dose gefunden.“ Die Küche der Einsamkeit kommt mit den Resten der Notvorräte aus. Einkaufen ist derzeit unmöglich. Es wimmelt von Menschen in den Märkten des Überdrusses. „Reicht das auch noch für morgen Mittag?“, erkundige ich mich, ohne den Blick von Frauke Ludowig zu nehmen. „Macht euch keine Sorgen, ich geh für uns einkaufen. Gleich morgen früh“, ruft die Sehnsucht, die überraschend zur Tür herein wackelt und mir einen Kuss auf die Glatze drückt. Dann hüpft sie zum Herd, wo sie der Einsamkeit in den massigen Hintern kneift. „Wo kommst du denn her? Was willst du hier?“ Meine Stirn bildet ein schluchtenreiches Faltengebirge. Einsamkeit und Sehnsucht zusammen bei mir? Und dann auch noch ganz dicke Tinte? Das halte ich nicht aus! Weiterlesen →

Meisterhaft

23. Mai – Von Erfolgen und Verfolgern

23. Mai 2011 von

Fussball

Oft werden Erfolgsgeschichten in kleinen Zeilen beschrieben. Sie tauchen auf als Randnotiz unseres Leben, manche begeistern, nehmen Dich und mich einen Schritt lang mit, bevor sie verfliegen im Augenblick der nächsten Neuigkeit. Nicht selten geraten sie in Vergessenheit, verloren im Alltag der uns servierten Katastrophen, Skandale und Verbrechen. Das Außergewöhnliche scheint leichter in den Niederungen der menschlichen Erinnerung archiviert zu sein, wenn es sich paart mit uns zuwideren Themen. Weiterlesen →

Lyrik

Schweigen

20. Mai 2011 von

Schweigen

ich übe mich im schweigen – nicht weil ich traurig bin oder nichts zu sagen habe,
ich übe mich im schweigen, weil es eine wunderbare Weise ist, Gleichgesinnte zu entdecken.
ich übe mich im schweigen, in einem immer größer werdenden Kreis,
ich übe mich im schweigen, fragwürdige Blicke prallen ab an meiner Stille.
ich übe mich im schweigen, empfange unausgesprochene Worte in Form von bunten Emotionen. Weiterlesen →

Zeitgeschehen

Uhrtraum

19. Mai 2011 von

Nothing to Fear by Lil Bloom

Traurig dreht er seine Runden
auf dem immer gleichen Weg
strebt nach oben wo er wieder
fallen muss für neuen Schwung. Weiterlesen →

Von der anderen Art zu reisen

Nierenraub

18. Mai 2011 von

Weichzeichner

Du siehst, schrieb ich kürzlich einer entfernten Bekannten, sehr süß aus, wenn ich mich anstrenge. Sie stellte sich tatsächlich vor, wie ich die Augen zukneife, um ihre Konturen verschwimmen zu lassen und mir einen Weichzeichner auf die Iris zu zaubern. Mitnichten, ich hatte es so brutal unanständig gemeint, wie eine andere, auch sie entfernt, Bekannte es sogleich verstand. Was trieb mich zu solchen Gedanken? War es die unklare Wetterlage? Am Tage zuvor hatte es sich enorm abgekühlt, jetzt aber hatte die Temperaturkurve bereits wieder einen steilen Aufstieg hinter sich gelegt.

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Lyrik

lost

15. Mai 2011 von

Lost

lost in space
not night nor day
between two worlds
can´t find my way
to normal for manic world
…to manic for normal world
flying through life
captured in a deep dive
surrounded by flashy fishes

called themselves human kind
can´t reach them
can´t see them
am I blind?
bubbles in my hair
pushing me higher
coming up on water facing
deep breath of air
sparkling water kissing me
break-out
I´m FREE

Bild: Isabella Maslowski

Fähigkeiten unseres Betriebssystems

Multitasking

12. Mai 2011 von

Multitasking

Bild: Arielle Kohlschmidt

Multitasking ist eine lustige Sache in der Experimentierphase. Es regt den Erfindergeist an: Schon mal versucht, sich während des empfohlenen 3-minütigen Zähneputzens anzuziehen? Geht am besten mit einer elektrischen Zahnbürste, die man kopfüber und etwas schrägt fest justiert und dann nicht mehr die Zahnbürste bewegt, sondern sich selbst drum herum. Dann dabei anziehen natürlich, wozu man vorher die Kleider gut platziert haben sollte. Gleichzeitig kann man durchaus schon die Lösung der ersten Arbeitsaufgabe des Tages bedenken. Allen Untrainierten empfiehlt sich im Anschluss ein kurzer Blick in den Spiegel, um sicherzugehen, dass keine Zahnpasta irgendwo kleben geblieben ist. Kann man sich aber auch sparen und sein soziales Umfeld für sich arbeiten lassen. Das ist meines Erachtens eine noch vielfach ungenutzte Quelle, eigene Arbeit zu delegieren. „Du hast da Zahnpasta“ – geht den meisten leicht über die Lippen.

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Lyrik

Schrei

11. Mai 2011 von

schrei

SCHREI – so laut Du kannst
Denn sie hören Dich nicht
Schrei – so wütend Du kannst
Denn sie hören Dich nicht
Wut übermannt mich & schnürt mir die Kehle zu
Kein Laut – kein Entrinnen
Ein Spiel ohne Ziel & Gewinnen
SCHREI – der mir die Seele zerreißt
Das Herz zum Kollabieren bringt
Respektlosigkeit war noch nie mein Freund
Zeit für den Gegenzug
Ohne Lüge und Trug


Foto: Annett Gernhardt &
André Schulze

Autor

Tun ohne lassen

Analog Schreiben

10. Mai 2011 von

Vorgestern. Ich treffe einen guten Freund nach einer halben Ewigkeit wieder. Spontan reiten wir in eines dieser kopfsteinbepflasterten Freiluft-Cafés ein. „Gut siehst du aus“, klopfe ich ihm etwas zu kräftig auf die Schulter. Als ich ihn das letzte Mal traf, hatte er diesen leeren Blick. Fahl im fülligen Gesicht und mit unübersehbarem Bauchansatz unter dem hellblauen Wollpulli. Jetzt sitzt mir ein anderer Typ gegenüber. Drahtig. Klarer Blick. In schwarz. So wie ich ihn vor 10 Jahren kennen gelernt habe. „Was ist denn mit dir passiert?“, will ich wissen. Danach sage ich sehr lange nichts. Ich höre einfach zu. Weil Männer das können. Weiterlesen →

Staatsrecht für Einsteiger

9. Mai – Von Verträgen und sich vertragenden Menschen

9. Mai 2011 von

Winter

Was ist schon ein Vertrag? Ein Stück Papier, ein Versprechen, manchmal eine Fessel. In erster Linie eine Vereinbarung, eingegangen durch mindestens zwei Seiten, die beide wiederum freiwillig Bestandteile von Leistungen definieren und diese, vorausgesetzt es halten sich alle daran, irgendwann erbringen. In der heutigen Zeit gibt es zu scheinbar jedem Quatsch Verträge. Angefangen von uns Normalbürgern unverständlichen Werken auf zwischenstaatlicher Ebene, die in Zeiten fortgeschrittener Zivilisation so einprägsame als auch nichtssagende Namen erhalten wie zum Beispiel der Vertrag von Lissabon.
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