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Lyrik

Suchen. Finden. Verlieren.

3. November 2011 von

Schlaflos rennend durch Nebelnächte
hetzen wir dem Glück entgegen.
Wie es wohl aussieht,
sich anfühlt, schmeckt? Weiterlesen →

Nicht bei uns

Mein fröhlicher Nachbar

2. November 2011 von

doubtful neighbourhood

Wir haben neue Nachbarn. Nicht ganz neu, sie sind vor einem halben Jahr oder etwas mehr eingezogen. Aber eine gewisse sagen wir Probezeit sollte schon ins Land gehen, bevor man das hehre Wort Nachbar in den Mund nimmt. Ein Nachbar, das ist ja dann doch schon etwas besonderes, das ist einer, den man im Hausflur oder auf der Treppe mehr oder wenig offen grüßt oder für den man nach ein paar Jahren der Bewährung bei Abwesenheit womöglich sogar ein Postpaket entgegen nimmt. Insoweit sagen wir mal vorsichtig: es wohnen neue Leute neben uns.

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Anita Hendrich

Der letzte Tag in diesem Jahr

1. November 2011 von

Sonnenuntergang

Mein Verhältnis zu ihr ist schon immer ein besonders. Mit jedem Kilometer auf der Autobahn pocht mein Herz mehr. Ich halte freudig erregt Ausschau nach ihr. Meine Hände werden schon leicht schwitzig, wenn ich sie von der weit entfernten Straße kurz erblicke.

Dann kommt jedes Mal dieser besondere Moment.

Ich steige aus dem Auto und gehe auf sie zu. Aufrecht und voller Stolz bei ihr sein zu dürfen.

Unter mir spüre ich den Sand, der vom Tag noch leicht warm ist. Ich setze mich ganz nah zu ihr und schaue sie einfach nur an. Sie sieht immer etwas anders aus, sie sieht immer wunderschön aus.

Ich begrüße sie wie eine gute Freundin und bleibe stundenlang bei ihr mit dem wunderbaren Gefühl des absoluten Glücks.

Sie zeigt mir all ihre Facetten. Ihre Wärme, ihren Duft, den Wind, der sie wie ein wundervolles Kleid umgibt.

Mit jedem Tag steht die Sonne etwas tiefer, bis zu jenem, an dem ich sie zum letzten Mal in diesem Jahr über ihr golden funkeln sehe. Sie wird dann kälter, frostig und rau.

Ich werde sie vermissen, bis zum nächsten Frühling, in dem wir uns wieder sehen.

Foto: Anita Hendrich

Absatzsorgen

Morgen welkt der Raps

27. Oktober 2011 von

rapsody in yellow

Klack, klack, klack. Scharf knallt der Hall der Hartholzabsätze meiner mexikanischen Stiefeletten durch die dunkle Straßenschlucht. Es ist früh und es ist kalt und es ist endlich nicht mehr Sommer. Im Sommer kannst Du so früh raus, wie Du willst, immer hat schon jemand ein gute-Laune-Paket aufgerissen und aus dem Fenster seiner erfüllten Träume bunte Kügelchen auf’s Trottoir geschüttet. Immer kriechen erste Sonnenstrahlen dir von hinten über die hängenden Schultern und malen einen Schattenriss deiner schlechten Laune in die morgenwarme Luft.

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Warum wir den Männerbeauftragten brauchen

Schuhe mit 40

25. Oktober 2011 von

Es gibt Körpermerkmale, die in keinem Schwarzbuch der Diskriminierung stehen und Männer dennoch unendlich benachteiligen. Wie Schuhgröße 40. Ich empfinde es eigentlich als keinen Nachteil, dass ich mit einigen Lebensabschnittbegleiterinnen die Schlappen tauschen konnte. Meine Füße sind zierlich aber besitzen einen stolzen und sehr hohen Spann, der meinen Flanken bei Motor Wama diesen gefürchteten Effet verlieh. Trotz ihrer überschaubaren Größe tragen sie mich auch über weite Strecken, bei denen die Lunge pfeift und das Salz die hohe Stirn verklebt. Sie sind also voll funktionstüchtig und hühneraugenfrei. Weiterlesen →

Gastbeitrag

Der Mann der ein Ufo gesehen hat

24. Oktober 2011 von

Obdachloser

Um Elend zu sehen, braucht man nicht in die Slums von Sao Paolo zu fahren. Auch nicht in die Hölle der Blechhüttenstädte von Bombay. Manchmal reicht ein Blick in eine spießige deutsche Kleingartenanlage. Davon gibt es in Görlitz eine ganze Menge, und sie sind ein Spiegel der Alterung, des Verfalls und der Brüche in dieser Stadt. Zu Zeiten der DDR hatte eine Mehrheit der Bürger einen Kleingarten, um Gemüse und Obst anzubauen und natürlich auch um Freizeit in der Gemeinschaft zu verbringen. Damals hatte Görlitz 110000 Einwohner. Heute sind es 57000 – Tendenz fallend. Der Anteil an über 65 Jährigen beträgt hier über 30%. Das bedeutet, dass viele Gärten leer stehen, verwildern und verfallen. Manche Gartenlaube ist einfach so verlassen worden. Ich habe Lauben gesehen, in denen noch der Tisch gedeckt war. Alles war so stehen gelassen worden, als hätte die biblisch angekündigte Entrückung bereits stattgefunden.

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Wetterwechsel

Das Glück der kühlen Tage

20. Oktober 2011 von

Schirmpilze

Seitdem ich denken kann, stehe ich auf Seiten der Mindermeinung. Ich mache das nicht mit Absicht, man will ja niemanden verärgern. Es passiert mir halt. Ständig. Jetzt gerade wieder, als der verregnete Sommer sich beleidigt in sein durchnässtes Kuckuckshäuschen zurückzog. Während alle Welt jammerte und alberne Rudi-Carell-Liedchen zitierte, brauste in meinem Herzen großer Jubel auf. Denn ich liebe den Herbst.

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Wenn die Vernunft auf Reisen ist

Flucht nach Gefühl

19. Oktober 2011 von

Was für ein herrlicher Frühlingstag. Die Sonne kitzelt die Haut, verwöhnt sie, als wollte sie sich für den allzu langen Winter entschuldigen. Eine angenehme Brise weht den Duft von Meer heran. In den Augen der vorüber schmusenden Pärchen ist die Lust selbst hinter den markenimitierten Sonnengläsern zu sehen. Es liegt Sex in der Luft. Weiterlesen →

Gästezimmer

Am Ende der Angst

18. Oktober 2011 von

end of fright

Ich hasse das Leben. Ich hasse es umso mehr, als es mich immer wieder zwingt, es zu lieben. Es ist ein Blick, eine Blüte in einem Asphaltriss, ein Klang, das wunderbare Gefühl außerhalb der Zeit zu stehen, dass einen am Leben hält, nicht die scheinbar “großen” Ereignisse dieses kümmerlichen Daseins.

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Fannys taubenetzte Welt

Ribbonhero

14. Oktober 2011 von

Bier mit Bauch

Das Leben, so wie es sich mir darstellt, ist eigentlich ein seltenes neuseeländisches Blasinstrument. Den ganzen verregneten Sommer lang hatte ich nicht eine meiner gefürchteten Panikattacken. Nun aber packte mich der altweibersommerwarme Herbst im Genick. Wie ein angststarres Karnickel fühlte ich mich durchgeschüttelt und würgte meinen Schweinekrustenbraten hoch. In Bayern wird der Schweinsbraten immer mit Kümmel gemacht. Gut möglich, dass das Würgen davon kam.

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