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Ich empfehle

Bus fahren

6. Juni 2011 von

Bus

Ich fahre Bus. Nicht etwa in in der Türkei, in Thailand oder Berlin. Auch nicht mit den Fernlinien-Bussen – wie zum Beispiel von Berlin in die Masuren. Ich fahre auf dem Land Bus – von einem Dorf in ein anderes und auch in kleine Städte. Das ist für die meisten in etwa so absurd, als wenn man in Berlin sagt: Ich laufe von Kreuzberg nach Pankow, was übrigens, wie ich aus eigener Erprobung weiß, sehr interessant sein kann. So ist es auch mit dem Bus fahren.

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Einer geht

A b s c h i e d

3. Juni 2011 von

claus.bye

Ich will nicht mehr. Ich verlasse kostblog. Na und ?

Soll er doch gehen – aber bitte leise.

Ich will es erklären. Die virtuelle Welt, ob nun Blog, E-mail oder gar Facebook ist nicht meine Welt. Sie ist ein Menetekel für den Untergang persönlicher Kommunikation – man nannte es früher “Gespräch”. Jeder, der mich jetzt Dinosaurier nennt, mich als hoffnungslos altmodisch bezeichnet, adelt mich.

Ich verlasse diese falsche Realität und wende mich wieder dem “Gegenüber” zu, dem, der nicht richtig zuhört, in der Nase bohrt, wenn ich mich mit ihm unterhalte, mich dabei unterbricht, dazwischenredet und schließlich der Konversation die Krone aufsetzt mit dem Satz:” was haben Sie da gerade gesagt?” Ich kann mein “Gegenüber” anfassen – ich kann ihm sogar meine fünf Finger der rechten Hand auf seiner arroganten Wange hinterlassen.

Im Grunde ist die virtuelle Welt menschenverachtend. Warum?

Jeder schüttet seinen persönlichen Müll ins Netz. Ein Ablasswesen der falsch verstandenen Kommunikation. Damit ist es getan, keinen stört es und keiner ist aufgefordert, in einen Diskurs zu treten, erwartet wird so gut wie gar nichts. Das Niveau der Kommentare im Blog zeigt eine Blutspende, um die “Originalität” der Kommentierung in Notfällen am Leben zu erhalten.

Das Weltgeschehen – oder auch nur die regionale Unruhe in unseren deutschen Landen – wird fast total ausgeblendet, bleibt im Blog vor der Tür. Es gibt keine Debatte über Japan, die AKW Problematik, über den gekillten Bin Laden – auch keine über die hierzu von dieser sogenannten Bundeskanzlerin getätigten unbotmäßigen Äußerungen – über die Veränderungen in unser Gesellschaft im allgemeinen oder wenigstens über die Schamlosigkeit der Lügerei eines verkommenen Adeligen, der allenfalls ein Plagiat des alten Adels darstellt. Nichts zu diesen und anderen Themen dieser Art. Ich bin ein Mensch, dem das Einfach-so-hinnehmen fremd ist, die Kritik an gesellschaftlichen und politischen Zuständen ist mir immanent, sie gehört zu meinem Leben. Hier finde ich in der kleinen, rotgeränderten Augenwelt der Blogger nichts, eine weltabgewandte Welt, in der nur der Bildschirm des Computers zählt, wobei gleichzeitig eine überwiegend negative Einstellung zum Fernsehen propagiert wird, ohne sich eigentlich darüber ein Urteil erlauben zu können.

Mir graust vor dieser Einseitigkeit, der auch mit dem zunehmenden Verfall sozialer Strukturen einhergeht. Zugegeben, es gab gute und sogar gute Beiträge im kostblog. Zumeist betrafen sie aber wieder eigene Befindlichkeiten oder besser: persönliches Magengrimmen, Selbstgespräche, die unbedingt belauscht werden sollten, Tagebuchaufzeichnungen, die aufforderten von Unbefugten gelesen zu werden.

Die Welt der Blogger ist eine arme, neugierige Welt, die das Alleinsein als die eigentliche Todsünde unserer Zeit geißelt. Ihre Steigerung ist das “Facebook”, diese inhaltsleere Anbiederung um “Freunde” zu gewinnen. Diese Einrichtung ist erlaubter Diebstahl der Individualität, eine Entwertung des Menschen. Sie stellt eine Verhurerei der Begriffe Freundschaft, Zuneigung, Hinwendung dar, ein Abort für verbale Blähungen. Der Computer frisst euch. Er frisst, was er kriegen kann: dein Gehirn, deinen Verstand, deine Seele.

Ich bin sicher, dass kaum einem heute auch nur annähernd die soziologischen Verwerfungen bewusst ist, die diese Abhängigkeit von einer virtuellen Welt in der Zukunft mit sich bringen werden.

Warten wir es ab – viel Spaß dabei bis dahin.

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Bild: Annett Gernhardt

An einem Tag wie heute

wo anders

31. Mai 2011 von

Wo andere fragend Zeichen haben
liest du in meinem Buch
Wo andere sehn wie Schlüssel nur
steht offen dir mein Tor
Wo andere nah nie Nähe finden
bist du auch auf dem Mars bei mir.

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Aus dem Leben eines Haubentauchers

Lipgloss und Vietnam

30. Mai 2011 von

Nach dem überraschenden Wiederaufflackern meiner eigentlich schon zu Ende geglaubten schriftstellerischen Karriere stellten sich mir im Wesentlichen zwei Fragen. Aus welchem Brunnen der Banalität könnte ich weitere Themen schöpfen, die geeignet schienen, den unersättlichen Hunger der wie Dürstende in der Wüste an meinen Lippen hängenden Gemeinde von Jüngern, Verehrern und Abhängigen Schnappwurst vor die Mäuler zu werfen? Und was sollte ich zweitens mit dem Geld machen? In materiellen Dingen hatte ich mich über all die Jahre der Entbehrung in meiner selbstgewählten Nische der Intellektualität auf ein erstaunlich asketisches Niveau herabgeschraubt.

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Vom Wassertreten und Geschichtsschreiben

Kneippen mit der SS

27. Mai 2011 von

Eisstacheln

Zum Anbaden ist es zu früh mokiere ich streng gegenüber meiner Freundin. Das Wasser ist arschkalt! Sie überredet mich wenigstens die Hose hochzukrempeln und Wasser tretend die Ufer der Neiße zu erkunden. Gesagt getan – Wir kneippen schießt es mir durch den Kopf. Wir fördern die Blutzirkulation der unteren Extremitäten und so fließt und perlt mein Gedankenstrom von den Extremitäten zu den „Extremen“ in Sachen Kneipp. Zu Unausgesprochenem und Unappetitlichem. Wenn der selige Priester Sebastian Kneipp nur geahnt hätte, was und vor allem wer mit seinem Erbe umgeht. Hier also die Geschichte – Eine Erstveröffentlichung.

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Wachkoma

Der Schuh, den ich mir anzog

26. Mai 2011 von

Büroteddy

RRRRRRRRRRRR – Wecker ruft zum Appell – steh endlich auf! Taumelnd – Augen noch geschlossen – bewege ich mich ins Bad und wasche den tiefen, tiefen Schlaf aus meinem Gesicht. Nachdem ich nach der täglichen halben Stunde “Beauty Salon” nun in meinem Traummobil mit 90 PS sitze, kann ich mich kaum noch daran erinnern, was ich alles in dieser flüchtigen halben Stunde gemacht oder eben nicht gemacht habe. Erst jetzt auf dem Schleudersitz meines Gefährten gefesselt wird mir das klar und mein für einen kurzen Moment aufgeschrecktes Gehirn signalisiert mir, mich doch mal selbst zu fragen ob ich meinen Kaffee tatsächlich getrunken, die Unterwäsche richtig rum an, die Haustüre zu und die Schuhe angezogen habe. Doch zu spät – der Zug mit meiner Kurzzeiterinnerung ist bereits gen “Nimmerwiedersehen” abgefahren.

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Aus meiner Zeit am Set

Schöne Schuhe

25. Mai 2011 von

Lange schon hatte ich mir vorgenommen, mich in einer meiner beliebten Kolumnen mit dem Nischenthema Schuhkauf zu beschäftigten. Die stetig sinkenden Zugriffszahlen auf von mir verfasste Artikel ist mir nun gleichermaßen Inspiration wie Motor, um Geist und im rasenden Tempo über die schmeichelnd glatte Oberfläche der Tastatur rasende Fingerkuppen anzutreiben. Ein im irrwitzigen Stakkato zuckendes Feuerwerk erinnerter Augenblicke aus meiner Schuhkäuferkarriere will sorgfältig sortiert werden, um keinen Aspekt aus- und keinen noch so dunklen Winkel dieses weitläufigen Themas unbeleuchtet zu lassen.

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Die Entscheidung

Duell in der Dämmerung (Teil 3)

24. Mai 2011 von

(Teil 1) (Teil 2)

„Wollen wir Linsensuppe essen? Hab noch eine Dose gefunden.“ Die Küche der Einsamkeit kommt mit den Resten der Notvorräte aus. Einkaufen ist derzeit unmöglich. Es wimmelt von Menschen in den Märkten des Überdrusses. „Reicht das auch noch für morgen Mittag?“, erkundige ich mich, ohne den Blick von Frauke Ludowig zu nehmen. „Macht euch keine Sorgen, ich geh für uns einkaufen. Gleich morgen früh“, ruft die Sehnsucht, die überraschend zur Tür herein wackelt und mir einen Kuss auf die Glatze drückt. Dann hüpft sie zum Herd, wo sie der Einsamkeit in den massigen Hintern kneift. „Wo kommst du denn her? Was willst du hier?“ Meine Stirn bildet ein schluchtenreiches Faltengebirge. Einsamkeit und Sehnsucht zusammen bei mir? Und dann auch noch ganz dicke Tinte? Das halte ich nicht aus! Weiterlesen →

Meisterhaft

23. Mai – Von Erfolgen und Verfolgern

23. Mai 2011 von

Fussball

Oft werden Erfolgsgeschichten in kleinen Zeilen beschrieben. Sie tauchen auf als Randnotiz unseres Leben, manche begeistern, nehmen Dich und mich einen Schritt lang mit, bevor sie verfliegen im Augenblick der nächsten Neuigkeit. Nicht selten geraten sie in Vergessenheit, verloren im Alltag der uns servierten Katastrophen, Skandale und Verbrechen. Das Außergewöhnliche scheint leichter in den Niederungen der menschlichen Erinnerung archiviert zu sein, wenn es sich paart mit uns zuwideren Themen. Weiterlesen →

Lyrik

Schweigen

20. Mai 2011 von

Schweigen

ich übe mich im schweigen – nicht weil ich traurig bin oder nichts zu sagen habe,
ich übe mich im schweigen, weil es eine wunderbare Weise ist, Gleichgesinnte zu entdecken.
ich übe mich im schweigen, in einem immer größer werdenden Kreis,
ich übe mich im schweigen, fragwürdige Blicke prallen ab an meiner Stille.
ich übe mich im schweigen, empfange unausgesprochene Worte in Form von bunten Emotionen. Weiterlesen →

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