Kontakt | Impressum
Daniel Elsner

Eine Geschichte aus der Mottenkiste

19. September 2011 von

Vor 1000 Generationen lebte das Volk der Tangren inmitten der Weiten, der Berge und der Täler eines längst vergessenen Kontinentes. Unter ihnen einer, von dem man sprach, er besäße die Weisheit der Alten, die Kraft der Jungen und die Macht der Herrschenden. Und da es so war, nannten sie ihn Zhihui und verlangten von ihm, drei Winter wie auch den drei folgenden Sommern ein jedes Mal einem anderen der sechs Könige zu dienen. Weiterlesen →

Danielle Höfler

Romeo und Julia

16. September 2011 von

Lehmwand

Die Seele einer Stadt sind immer die Menschen, die darin leben. Sie hinterlassen Spuren, prägen Mauern und Straßen, und, weniger greifbar, die Atmosphäre, die über einer Stadt liegt. Emotionen werden so zur Historie, Liebe zu Stein, Eitelkeit zu Pflaster, Trauer zu Farbe. So auch in der Geschichte, die ich erzählen möchte. Es ist die Geschichte einer großen Liebe, und die eines Hauses. Unser Romeo war Künstler, und seine Julia eine Buchhändlerin, und zu Beginn der Geschichte waren beide weit in den mittleren Jahren. Zeit war über ihre Liebe geflossen und hatte sie geschliffen wie die Kiesel eines Baches.

Weiterlesen →

Das Haus am See

Sissis Tod

14. September 2011 von

Essenz und definitiver Höhepunkt einer jeden Österreichreise ist ein Besuch der einzigartigen Mumiensammlung von Sankt Wolfgang. Nicht zu Unrecht ist die nah am Wasser gebaute Kleinstadt Anziehungspunkt für Fiakerfreunde aus nah und fern, lässt sich doch an kaum einer anderen Stelle der Untergang der abendländischen Kultur besser vom schwankenden Kutschbock eines pferdegezogenen Alpenporsches bewundern als eben dort.

Weiterlesen →

Frische Luft schnappen

Eine Sekunde Leben

13. September 2011 von

Es gibt Tage, an denen stolpert Holger über seine eigene Unterlippe. Er spricht mit niemand. Nicht einmal mit sich. Der strahlend blaue Himmel ist wolkenverhangen. Sein Selbstmitleid besäuft sich mit Kümmerling. Das macht Durst. Weiterlesen →

Warum Österreich fast den Anschluss verpasste

Ohne Nockerln sterben

9. September 2011 von

Zu sterben, ohne in Salzburg gewesen zu sein, ist keine Last. Sicher wäre auch Schleedorf – ein kleiner verträumter Fleck inmitten von duftenden Heublumenwiesen – keine beschwerliche Anreise über gischtgurgelnde Meerengen wert, aber immerhin hat Schleedorf eine Käseerlebniswelt mit Verkostungsmöglichkeit und Gummieutern. An letzteren kann der entwöhnte Städter sich sanft zurücktasten zum starken Busen von Mutter Natur, der aus vielen von uns erst das gemacht hat, was wir heute als Wirtschaftslenker, Flugzeugpilot oder Mandatsträger sind.

Weiterlesen →

Dicke Luft im Hause Schreiber

Nach dem Abendbrot

7. September 2011 von

Herr Schreiber schaut auf die Uhr. Gleich 8. Höchste Zeit. Er stellt das Abendbrot auf den Tisch aus Buche. Zwei kross getoastete Scheiben Schwarzbrot, eine kleine Auswahl an Schafskäse, getrockneten Tomaten und Parmesan. Dazu stilles Wasser. Passt gut zur Stimmung am Tisch. Es ist bedrückend leise. Nur das knackende Brot ist zu hören. Der Enddreißiger schaut auf seinen Laptop. Facebook. F5. Nichts neues, was ihn berührt. Klappe zu. Er zieht den Stecker und knabbert weiter an seinem Brot. Weiterlesen →

Moderieren in Demut

Ish bin ein Bearleener

6. September 2011 von

der letzte Bildschirm

Ich mag das Heute-Journal. Nicht, weil es aus meiner Sicht aktuell sein soll. Auch nicht so sehr aus dem Grund der ihm unterstellten Objektivität einer öffentlich-rechtlichen GEZ-Bedürfnisstelle. Es sind eher das allgemeine Erscheinungsbild und natürlich die spätabendliche Sendezeit, welche mich als fast Vierzigjährigen ansprechen. Weiterlesen →

Botanik News

Dreifrontenkrieg

5. September 2011 von

Das Land Österreich hat viele schöne Seiten. Doch nicht nur. Es liegt, zum Ärger der vielen Intellektuellen, die dort unbeschwerte Urlaubstage verbringen wollen, stets unter einer geschlossenen Hochnebeldecke. Auch politisch scheint Felix Austria ein unglücklicher Rabe. Die Schatten der braunen Vergangenheit legen sich wie ein steinschwerer Schleier auf das Gemüt der eingeborenen Bevölkerung und lassen wenig Hoffnung keimen. Getränke heißen Hollersaft und Speisen Topfenbatzen. Wer sähe da nicht gleich kurzbehoste Jungpimpfe durch taubenetzte Wiesen wandern mit Rucksäcken voll Landserheftchen.

Weiterlesen →

Memo an mich

Der Tag vorm Durchstarten

4. September 2011 von

Alles in einem

“Was soll ich tun? Worauf kommt es bei dieser Anstellung vor allem an? Kann mich wer einarbeiten?” “Langsam, langsam, mein Freund. Sie beginnen morgen um 9 Uhr. Sie können auch 8 Uhr 50 da sein, aber da ist vielleicht noch zu; Ihr Vorgänger hat seine Schlüssel noch nicht hergeschickt. Teamsitzung ist 9 Uhr, aber die Bahn von Frau Gregorik-Niedermeier hält erst 9 Uhr 03 am Demianiplatz und ihre 8 Minuten bis hier her braucht sie schon – wir werden alle nicht jünger – dann legt sie den Mantel ab, geht nochmal auf Toilette, was Frauen eben so tun, und sorgt dann für Kaffee.

Weiterlesen →

Der Text zur Schlacht

Die Geschichte meines Lebens

2. September 2011 von

Auftrag: Schreibe die Geschichte deines Lebens. Gib sie uns. Wir machen daraus das Gemälde und das Foto unseres Lebens. Die Battle II zwischen Malerin Lil Bloom und Fotograf Andrè Schulze basiert also auf einer Kurzgeschichte von mir. Mann, was bin ich stolz. Die Werke der beiden Künstler feiern ihre Premiere im Rahmen der Jazzhappen im Görlitzer Apollo, am 11. September ab 19 Uhr. Damit Ihr Euch schon mal ein eigenes Bild ins Kopfkino zaubern könnt - hier ist die Geschichte, die es zu interpretieren gilt:

Weiterlesen →

Seite: zurück 1 2 3 ... 77 78 79 80 81 82 83 ... 106 107 108 vor