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Aus dem Leben eines Haubentauchers

Lipgloss und Vietnam

30. Mai 2011 von

Nach dem überraschenden Wiederaufflackern meiner eigentlich schon zu Ende geglaubten schriftstellerischen Karriere stellten sich mir im Wesentlichen zwei Fragen. Aus welchem Brunnen der Banalität könnte ich weitere Themen schöpfen, die geeignet schienen, den unersättlichen Hunger der wie Dürstende in der Wüste an meinen Lippen hängenden Gemeinde von Jüngern, Verehrern und Abhängigen Schnappwurst vor die Mäuler zu werfen? Und was sollte ich zweitens mit dem Geld machen? In materiellen Dingen hatte ich mich über all die Jahre der Entbehrung in meiner selbstgewählten Nische der Intellektualität auf ein erstaunlich asketisches Niveau herabgeschraubt.

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Vom Wassertreten und Geschichtsschreiben

Kneippen mit der SS

27. Mai 2011 von

Eisstacheln

Zum Anbaden ist es zu früh mokiere ich streng gegenüber meiner Freundin. Das Wasser ist arschkalt! Sie überredet mich wenigstens die Hose hochzukrempeln und Wasser tretend die Ufer der Neiße zu erkunden. Gesagt getan – Wir kneippen schießt es mir durch den Kopf. Wir fördern die Blutzirkulation der unteren Extremitäten und so fließt und perlt mein Gedankenstrom von den Extremitäten zu den „Extremen“ in Sachen Kneipp. Zu Unausgesprochenem und Unappetitlichem. Wenn der selige Priester Sebastian Kneipp nur geahnt hätte, was und vor allem wer mit seinem Erbe umgeht. Hier also die Geschichte – Eine Erstveröffentlichung.

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Wachkoma

Der Schuh, den ich mir anzog

26. Mai 2011 von

Büroteddy

RRRRRRRRRRRR – Wecker ruft zum Appell – steh endlich auf! Taumelnd – Augen noch geschlossen – bewege ich mich ins Bad und wasche den tiefen, tiefen Schlaf aus meinem Gesicht. Nachdem ich nach der täglichen halben Stunde “Beauty Salon” nun in meinem Traummobil mit 90 PS sitze, kann ich mich kaum noch daran erinnern, was ich alles in dieser flüchtigen halben Stunde gemacht oder eben nicht gemacht habe. Erst jetzt auf dem Schleudersitz meines Gefährten gefesselt wird mir das klar und mein für einen kurzen Moment aufgeschrecktes Gehirn signalisiert mir, mich doch mal selbst zu fragen ob ich meinen Kaffee tatsächlich getrunken, die Unterwäsche richtig rum an, die Haustüre zu und die Schuhe angezogen habe. Doch zu spät – der Zug mit meiner Kurzzeiterinnerung ist bereits gen “Nimmerwiedersehen” abgefahren.

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Aus meiner Zeit am Set

Schöne Schuhe

25. Mai 2011 von

Lange schon hatte ich mir vorgenommen, mich in einer meiner beliebten Kolumnen mit dem Nischenthema Schuhkauf zu beschäftigten. Die stetig sinkenden Zugriffszahlen auf von mir verfasste Artikel ist mir nun gleichermaßen Inspiration wie Motor, um Geist und im rasenden Tempo über die schmeichelnd glatte Oberfläche der Tastatur rasende Fingerkuppen anzutreiben. Ein im irrwitzigen Stakkato zuckendes Feuerwerk erinnerter Augenblicke aus meiner Schuhkäuferkarriere will sorgfältig sortiert werden, um keinen Aspekt aus- und keinen noch so dunklen Winkel dieses weitläufigen Themas unbeleuchtet zu lassen.

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Die Entscheidung

Duell in der Dämmerung (Teil 3)

24. Mai 2011 von

(Teil 1) (Teil 2)

„Wollen wir Linsensuppe essen? Hab noch eine Dose gefunden.“ Die Küche der Einsamkeit kommt mit den Resten der Notvorräte aus. Einkaufen ist derzeit unmöglich. Es wimmelt von Menschen in den Märkten des Überdrusses. „Reicht das auch noch für morgen Mittag?“, erkundige ich mich, ohne den Blick von Frauke Ludowig zu nehmen. „Macht euch keine Sorgen, ich geh für uns einkaufen. Gleich morgen früh“, ruft die Sehnsucht, die überraschend zur Tür herein wackelt und mir einen Kuss auf die Glatze drückt. Dann hüpft sie zum Herd, wo sie der Einsamkeit in den massigen Hintern kneift. „Wo kommst du denn her? Was willst du hier?“ Meine Stirn bildet ein schluchtenreiches Faltengebirge. Einsamkeit und Sehnsucht zusammen bei mir? Und dann auch noch ganz dicke Tinte? Das halte ich nicht aus! Weiterlesen →

Meisterhaft

23. Mai – Von Erfolgen und Verfolgern

23. Mai 2011 von

Fussball

Oft werden Erfolgsgeschichten in kleinen Zeilen beschrieben. Sie tauchen auf als Randnotiz unseres Leben, manche begeistern, nehmen Dich und mich einen Schritt lang mit, bevor sie verfliegen im Augenblick der nächsten Neuigkeit. Nicht selten geraten sie in Vergessenheit, verloren im Alltag der uns servierten Katastrophen, Skandale und Verbrechen. Das Außergewöhnliche scheint leichter in den Niederungen der menschlichen Erinnerung archiviert zu sein, wenn es sich paart mit uns zuwideren Themen. Weiterlesen →

Lyrik

Schweigen

20. Mai 2011 von

Schweigen

ich übe mich im schweigen – nicht weil ich traurig bin oder nichts zu sagen habe,
ich übe mich im schweigen, weil es eine wunderbare Weise ist, Gleichgesinnte zu entdecken.
ich übe mich im schweigen, in einem immer größer werdenden Kreis,
ich übe mich im schweigen, fragwürdige Blicke prallen ab an meiner Stille.
ich übe mich im schweigen, empfange unausgesprochene Worte in Form von bunten Emotionen. Weiterlesen →

Zeitgeschehen

Uhrtraum

19. Mai 2011 von

Nothing to Fear by Lil Bloom

Traurig dreht er seine Runden
auf dem immer gleichen Weg
strebt nach oben wo er wieder
fallen muss für neuen Schwung. Weiterlesen →

Von der anderen Art zu reisen

Nierenraub

18. Mai 2011 von

Weichzeichner

Du siehst, schrieb ich kürzlich einer entfernten Bekannten, sehr süß aus, wenn ich mich anstrenge. Sie stellte sich tatsächlich vor, wie ich die Augen zukneife, um ihre Konturen verschwimmen zu lassen und mir einen Weichzeichner auf die Iris zu zaubern. Mitnichten, ich hatte es so brutal unanständig gemeint, wie eine andere, auch sie entfernt, Bekannte es sogleich verstand. Was trieb mich zu solchen Gedanken? War es die unklare Wetterlage? Am Tage zuvor hatte es sich enorm abgekühlt, jetzt aber hatte die Temperaturkurve bereits wieder einen steilen Aufstieg hinter sich gelegt.

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Lyrik

lost

15. Mai 2011 von

Lost

lost in space
not night nor day
between two worlds
can´t find my way
to normal for manic world
…to manic for normal world
flying through life
captured in a deep dive
surrounded by flashy fishes

called themselves human kind
can´t reach them
can´t see them
am I blind?
bubbles in my hair
pushing me higher
coming up on water facing
deep breath of air
sparkling water kissing me
break-out
I´m FREE

Bild: Isabella Maslowski

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