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Was uns antreibt

Sein wie Flasche leer

26. September 2011 von

Es gibt Dinge im Leben, die entziehen sich der Betrachtung jeglicher Notwendigkeit. Hat der Mensch nach Abraham Maslow Stufe Eins und Zwei der Bedürfnispyramide für sich entschieden, obliegt es ihm zur Aufrechterhaltung der dritten seine soziale Befriedigung in den Vordergrund zu stellen und in einem fort die fließenden Grenzen zwischen Stufe Vier und Fünf mit sich und seiner Umwelt auszukämpfen. Dem Modell liegt jedoch gerade der gesellschaftliche Fehler hochentwickelter und sozial stabilisierter Staaten zu Grunde, die keineswegs darauf bauen, Bürgern unmissverständlich die Buttom-Up-Besteigung ihrer Bedürfnisse zu diktieren, als vielmehr volantil zwischen Anerkennung und Selbstverwirklichung hinweg zu navigieren. Individualität, Perfektion und unter anderem auch Erleuchtung als Motivation für Anerkennung, zusehends potenziert alleinig durch erreichten Wohlstand, beflügeln dabei das „Sie“ und „Ihn“ reflektionslos durch alle fünf Stufen. Mich treibt etwas anderes. Weiterlesen →

Die wahre Geschichte über Österreich

Lost in Austria

22. September 2011 von

Die österreichische Nationalflagge weht auf Halbmast. Starker Regen und stürmische Winde lassen sie waschlappengleich am Mast baumeln. Im Hotel Mozartblick ist nicht viel los. Nur ein Tisch ist besetzt mit einer vierköpfigen Hochzeitsgesellschaft, die sich im Datum vertan hat. Martin, der kroatische Kellner, lässt den Mittelfinger ins Erdäpfelpüree gleiten. „Du erinnerst mich so an Suzanna“, seufzt er und will den Teller an den Tisch der Trachtengruppe bringen. „Mach das nicht Martin, ich bin Suzanna. Nur in einem anderen Leben“, bittet das heißblütige Püree und fällt dem Kellner um den Hals. „Dann los. Ich wollte sowieso heute kündigen und bei der österreichischen Marine anheuern. Ich nehme dich einfach mit.“  Weiterlesen →

Leben in der Fremde

Mohrenköpfe

20. September 2011 von

Ich bin zum Verlieren geboren. Das beunruhigt mich nicht weiter. Vor allem, seitdem ich aufgehört habe, mir, meist unmittelbar nach ihrem Erscheinen, sämtliche Erfolgsratgeberbücher zu kaufen. Nicht selten im Anschluss an Lesungen in Berufsschulzentren vom Erfolgsautor persönlich mit einer kleinen Widmung handsigniert: “Für Axel, der den Willen zum Siegen in den Augen hat”. Meine letzte Therapie habe ich ohne großen Aufriss abgebrochen. Es macht einfach keinen Sinn. Einer muss halt der Zweite sein, wenn es darum geht, die Wurst des Lebens zu schnappen.

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Daniel Elsner

Eine Geschichte aus der Mottenkiste

19. September 2011 von

Vor 1000 Generationen lebte das Volk der Tangren inmitten der Weiten, der Berge und der Täler eines längst vergessenen Kontinentes. Unter ihnen einer, von dem man sprach, er besäße die Weisheit der Alten, die Kraft der Jungen und die Macht der Herrschenden. Und da es so war, nannten sie ihn Zhihui und verlangten von ihm, drei Winter wie auch den drei folgenden Sommern ein jedes Mal einem anderen der sechs Könige zu dienen. Weiterlesen →

Danielle Höfler

Romeo und Julia

16. September 2011 von

Lehmwand

Die Seele einer Stadt sind immer die Menschen, die darin leben. Sie hinterlassen Spuren, prägen Mauern und Straßen, und, weniger greifbar, die Atmosphäre, die über einer Stadt liegt. Emotionen werden so zur Historie, Liebe zu Stein, Eitelkeit zu Pflaster, Trauer zu Farbe. So auch in der Geschichte, die ich erzählen möchte. Es ist die Geschichte einer großen Liebe, und die eines Hauses. Unser Romeo war Künstler, und seine Julia eine Buchhändlerin, und zu Beginn der Geschichte waren beide weit in den mittleren Jahren. Zeit war über ihre Liebe geflossen und hatte sie geschliffen wie die Kiesel eines Baches.

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Das Haus am See

Sissis Tod

14. September 2011 von

Essenz und definitiver Höhepunkt einer jeden Österreichreise ist ein Besuch der einzigartigen Mumiensammlung von Sankt Wolfgang. Nicht zu Unrecht ist die nah am Wasser gebaute Kleinstadt Anziehungspunkt für Fiakerfreunde aus nah und fern, lässt sich doch an kaum einer anderen Stelle der Untergang der abendländischen Kultur besser vom schwankenden Kutschbock eines pferdegezogenen Alpenporsches bewundern als eben dort.

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Frische Luft schnappen

Eine Sekunde Leben

13. September 2011 von

Es gibt Tage, an denen stolpert Holger über seine eigene Unterlippe. Er spricht mit niemand. Nicht einmal mit sich. Der strahlend blaue Himmel ist wolkenverhangen. Sein Selbstmitleid besäuft sich mit Kümmerling. Das macht Durst. Weiterlesen →

Warum Österreich fast den Anschluss verpasste

Ohne Nockerln sterben

9. September 2011 von

Zu sterben, ohne in Salzburg gewesen zu sein, ist keine Last. Sicher wäre auch Schleedorf – ein kleiner verträumter Fleck inmitten von duftenden Heublumenwiesen – keine beschwerliche Anreise über gischtgurgelnde Meerengen wert, aber immerhin hat Schleedorf eine Käseerlebniswelt mit Verkostungsmöglichkeit und Gummieutern. An letzteren kann der entwöhnte Städter sich sanft zurücktasten zum starken Busen von Mutter Natur, der aus vielen von uns erst das gemacht hat, was wir heute als Wirtschaftslenker, Flugzeugpilot oder Mandatsträger sind.

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Dicke Luft im Hause Schreiber

Nach dem Abendbrot

7. September 2011 von

Herr Schreiber schaut auf die Uhr. Gleich 8. Höchste Zeit. Er stellt das Abendbrot auf den Tisch aus Buche. Zwei kross getoastete Scheiben Schwarzbrot, eine kleine Auswahl an Schafskäse, getrockneten Tomaten und Parmesan. Dazu stilles Wasser. Passt gut zur Stimmung am Tisch. Es ist bedrückend leise. Nur das knackende Brot ist zu hören. Der Enddreißiger schaut auf seinen Laptop. Facebook. F5. Nichts neues, was ihn berührt. Klappe zu. Er zieht den Stecker und knabbert weiter an seinem Brot. Weiterlesen →

Moderieren in Demut

Ish bin ein Bearleener

6. September 2011 von

der letzte Bildschirm

Ich mag das Heute-Journal. Nicht, weil es aus meiner Sicht aktuell sein soll. Auch nicht so sehr aus dem Grund der ihm unterstellten Objektivität einer öffentlich-rechtlichen GEZ-Bedürfnisstelle. Es sind eher das allgemeine Erscheinungsbild und natürlich die spätabendliche Sendezeit, welche mich als fast Vierzigjährigen ansprechen. Weiterlesen →

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