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Du kannst mich mal

Kein Liebesbrief 2.0

29. Dezember 2014 von

anitakostblog

 

Lieber Robert,
während ich dir diese Zeilen schreibe, sitze ich auf meiner Treppe, die zum Strand führt. Vermutlich kennst du meine Treppe gar nicht, weil sie dich, wie alles andere von mir, schlichtweg nicht interessiert hat.
Mein Herz habe ich mitgenommen. Es muss sich erholen von deinem Schauspieltalent und deiner maßlosen Selbstherrlichkeit. Deinen Rotwein nahm ich auch mit. Zeitweilen überlegte ich zwar, ihn über deine Klamotten zu kippen, aber ich wusste, er konnte noch für viele Dinge nützlich sein. Zum Wärmen an einsamen Tagen oder so wie jetzt: zum Feiern dessen, dass ich dich los bin.

Du warst ja so grenzenlos verliebt in mich und du hast alles für mich getan. Tausende Kilometer hast du in deinem Auto verbracht, nur um endlich deine tiefe Sehnsucht nach mir zu stillen. Alle Hebel hast du in Bewegung gesetzt, nur um mir zu zeigen, wie ernst es dir mit mir ist. Davon habe ich zwar nichts bemerkt, aber du hast es mir und meinen Freunden zumindest immer wieder erzählt. Vielleicht um es selbst so lange zu hören bis vor allem auch DU es glaubst.

Deine Lippen, die deine zarten Worte formten, und deine Stimme, die so warm und gesättigt von der Liebe mein Herz erwärmten, versprachen mir das aufrichtige und ewige Glück mit dir, dem guten, selbstlosen Menschen. Das Halten war dann aber doch zu schwer und zu viel, denn um etwas zu halten, müsste man ja etwas tun.

Obwohl du mich belogen hast, verzieh ich dir nicht nur alles, ich half dir noch in deiner Not und Hilflosigkeit. Ich stand stützend hinter dir, während ich dir die Anleitung für dein Leben Tag und Nacht vorlas. Du hattest mich. Die schlagfertige, intelligente Schöne, die du draußen und nach außen auf Händen trugst, aber hinter verschlossener Tür mit Füßen tratst.

Du pfiffst, ich sprang. Bis zu dem Punkt, an dem ich dein Selbstmitleid nicht mehr ertrug und nicht mehr als Ventil deines Frustes dienen wollte. Weiterlesen →

Stefan Müller

Mein persönliches Stenkelfeld oder Aufstellen eines Weihnachtsbaumes

18. Dezember 2014 von

Sicherlich kennt der eine oder andere die furchtbaren Weihnachtsgeschichten aus Stenkelfeld. Ich hab nach dem anhören immer Muskelkater im Zwerchfell. Dieses Jahr hatte ich mein ganz persönliches Stenkelfeld. Weiterlesen →

Johannes Döhler

Amsterdam

10. Dezember 2014 von

Döhlerei

Samtfarbene Sandalen durchstreifen das Grau der Straßen und Plätze Ameisenstraßen ähnelnd strömten im Taumel die Stadtbewohner zum Schauplatz der Entladung. Heftiges Dröhnen und schrille Farben tönten kurzweilig die Wolken. Weiterlesen →

Die Lausitz-Geschichten in alter Rechtschreibung

Zaun zum Aufstützen – eine rezensierende Geschichte

8. Dezember 2014 von

Bild: Paul Glaser

Bild: Paul Glaser

Willst du einen Udo Tiffert genießen, dann wähle deine Lesestätte sorgfältig aus. Vermeide die Orte, in denen unablässig jemand etwas zu erzählen hat, nur damit die Schnute wackelt. Also Wartesäle, Zugabteile und Tupperpartys. Begib dich am besten mit Haut und Haaren in seine Lausitz-Geschichten aus seinem aktuellen Buch „Zaun zum Aufstützen“ und buche dir ein Fremdenzimmer, wie die Pensionen im früheren niederschlesischen Wolfserwartungsgebiet genannt wurden, zwischen Diehsa und Mückenhain. Oder suche den krassen Kontrast.

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All meine Neurosen

Von den Gefahren des Autofahrens

2. Dezember 2014 von

Bild: Achim Hepp

Bild: Achim Hepp

Ich fahre nicht gerne Auto. Da ich keinerlei weitere Marotten oder unangenehme Eigenschaften an mir kenne, stehe ich aufrecht wie ein vom Blitzeis überraschtes Erdmännchen zu dieser Abnormität. Erst neulich, als ich gezwungen wurde, in einem Auto zu fahren, fuhr mein geliebter Rucksack auf dem Rücksitz mit. Durch eine der Gesamtverkehrssituation geschuldete überraschend eingeleitete Gefahrenbremsung der sonst für Umsicht und vernünftige Lebensführung bekannten Fahrerin, rutschte selbiger Rucksack zu Boden. Im Aufprall zerschellte eine der sich im Rucksack ordnungsgemäß gestapelten Flaschen Rotwein und zerstörte die Festplatte meines Klapprechners. Nachhaltig. Weiterlesen →

Anja Räubertochter

Reise VI – Hoffnung

26. November 2014 von

Bild: Josef Türk Jun.

Bild: Josef Türk Jun.

Sie stieß dem Schimmel in die Rippen und gab das lang erwartete Signal, welches fordernd über den Sand peitschte: „Vorwärts!“. Ihr folgten die tränennassen Augen derer, die sonst beobachteten, wie der goldene Zeiger unter knirschendem Ticken weiter wanderten. Weiterlesen →

Anja Räubertochter

Offene Türen

20. November 2014 von

Bild: Chris Goldberg

Bild: Chris Goldberg

„Ich kann so nicht arbeiten!“ schrie die Liebe während ihre Faust den Tisch fand und unter meinem leicht überforderten Gesichtsausdruck in meinem Tee für erhöhten Wellengang sorgte.

Moment ich merke, ich muss für diese Geschichte weiter ausholen. Also alles zurück und auf Anfang.

„!netiebra thcin os nnak hcI“…….
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Die Schatten werden länger

T S B R E H – Es ist Herbst.

17. November 2014 von

Bild: koeb

Bild: koeb

H und R in blau, E und T in rot, S in gelb – farbige Buchstaben aus Bastelkarton an Fensterscheiben. An einem Ort platziert, wo die Erinnerung an die richtige Reihenfolge unglaublich wichtig geworden ist. Weiterlesen →

Anja Räubertochter

Reise V – In sich

14. November 2014 von

Bild: j_aigner

Bild: j_aigner

Salzluft durchzog ihre Lunge während unter leisem Knirschen dunkles Holz aufsetzte. Das Wasser war klar, der Sand paradiesisch und ihr Zusammenspiel magisch. Jedoch sah sie nichts davon. Ihr Blick verharrte auf etwas ganz anderem. Das neue Land, welches sich in der aufgehenden Sonne langsam zu erkennen gab, war ein bloßer Scherenschnitt von dem, was sie zu hoffen gewagt hatte.
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Die traurigen Kinder von Spandau

Ich habe Fabian Plank gesehen

12. November 2014 von

Fabian Plank

Neulich las ich in einer deutschlandweit geachteten Zeitung, dass hundeteure winzig kleine Céline-Handtaschen die neuen Silikonbrüste sind. Das gelte vor allem für reiche Russinnen im Urlaub. Die nähmen, war zu lesen, die teuren Handtaschen sogar mit an den Strand. Wo einem so eine teure Handtasche ja gerne mal abhanden kommt. Wenn man baden geht, zum Beispiel. Schön, dachte ich bei mir, schön, dass Journalismus nicht immer nur oberflächlich, reißerisch und billig ist, sondern auch ab und an mit einem unverschalten Hochgeschwindigkeitsfahrstuhl in die investigative Tiefe einer Geschichte rauscht. Weiterlesen →

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