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Johannes Döhler

Wer verliert hat gewonnen

7. November 2014 von

johannes_doehler

einsame wolken fallen wie fallobst in den lehren raum meiner erinnerungen matschige spritzer kleben an den wänden einer gemeinsamen zeit der halbvergorene saft spült weiche szenen ins gedächtnis und wieder und wieder ritzen die eiskalten zacken der presse die vollgesogenen lungen die gefängnisse der ewigen trostversprechenden worte sind überfüllt vom gestank der verwesenden taten entscheidungen im halbdunkel werden vom ersten tageslicht verschluckt und landen bestenfalls im müllbeutel

…. lässig und gekonnt vom caritativen engel aus den engpässen herausgeflogen um das schlimmste zu vermeiden

kein dank in den schmutzigen blättern der gaffer und seelenlosen kreaturen welche sich paarend in alten heruntergekommen spelunken gierig die gläser füllen wer sich auf die prophezeihungen der totengräber verlassen will sollte sich schnellstens im fahrstuhl in die ebenen der erleuchteten bringen nur hier wird der segen für das morgen gesprochen und die ausgekotzten halbwahrheiten zur vergebung gekarrt nur keine eile rufen alle im stummen chor und können es nicht fassen dass die musik ohrenbetäubend in ihren ohren schallt niemand und nichts findet gehör im großen saal der thron zerbrochen und schwarze spinnen räkeln sich im takt der einsamkeit

Foto: Johannes Döhler

Über einen blöden Vogel

37 Vögel – einer heißt Günther…oder Jochen

5. November 2014 von

Bild: ingrid eulenfan

Bild: ingrid eulenfan

Schwarmintelligenz. Die Macht der Masse. Der Einzelne bleibt nicht zurück. Mach’s mit, mach’s nach, mach’s wie alle anderen. Schwingt sich einer in die Lüfte, heben alle ab. Setzt einer zum Landeanflug an, schießen alle gen Boden. Gegenüber meinem Balkon steht ein verlassenes Haus, dass als Vogel-Haltstelle dient. Tagtäglich kann ich dieses Verhalten beobachten. Allerdings hat die Sache einen Haken: Einer der geschätzt 37 Vögel scheint doof zu sein. Ich glaube er heißt Günther…oder Jochen. Weiterlesen →

Fast so wie immer

Ein Tag im November

3. November 2014 von

Bild: Mononc' Paul

Bild: Mononc’ Paul

Kennst du dieses Gefühl der panischen Unruhe, die wie aus dem Nichts zu kommen scheint? Sie lässt dich zuerst unstet durch die Wohnung laufen, nichts Vernünftiges zustande bringend und später treibt sie dich nach draußen, was ebenso wenig für Erleichterung sorgt. Es ist eine Mischung aus dem Unvermögen, sich selbst zu ertragen, Einsamkeit, Existenzangst und Mangel an Zärtlichkeit. Man kann froh sein, wenn in solchen Momenten die Sonne scheint. Dann ist wenigstens das Wetter auf deiner Seite. Weiterlesen →

Anja Räubertochter

Reise III – Ruhendes Nichts

30. Oktober 2014 von

Bild: Bengt Flemark

Bild: Bengt Flemark

Der Wind hatte sich zur Ruhe gebettet und dabei das Wasser, Welle für Welle mit seiner Hand glatt gestrichen. Einsam verweilte dunkles Holz auf der ebenen, nassen Blauhaut. Regungslos hing das weiße Segel am Mast und döste unter wolkenlosen Himmel sorglos in der Salzluft. Weiterlesen →

Natasha G. Allner

Virus

27. Oktober 2014 von

Bild: Alice Popcorn

Bild: Alice Popcorn

Das ist mein erster Tod. Ich habe Wohlgefallen an ihm. Das Abo des Lebens ist abgelaufen und das Herz schreit nicht, wenn es stirbt. Es nimmt sich nur keinen Schluck mehr aus diesem Leben, in dessen Innerstem ferne Welten mich umspülten. Und doch, wenn ich mir jetzt etwas wünschen dürfte: Licht wäre gut. Weiterlesen →

Stadtfest, Socken, Suff und was Gereimtes.

Wehe, wenn Sie losgelassen

24. Oktober 2014 von

Bild: Dirk Förster

Bild: Dirk Förster

Stadtfest in der Kleinstadt und das Sockensyndrom: Jedes Jahr verschwinden mehr und mehr Stände wie Socken in der Waschmaschine. Und fehlt eine zum Paar, schmeißt man die zugehörige auch weg. Anders als in der Sockenschublade wird beim Stadtfest allerdings nicht nachgekauft.
Was, zumindest mittelfristig, nicht verschwinden wird, sind die Straßenlaternen. Weiterlesen →

Sarah Stiller

Von Füchsen und Menschen

22. Oktober 2014 von

Von Füchsen und Menschen

Du sprichst von Füchsen und ich starre auf deinen Mund. Fixiere das Auf und Ab deiner Bartstoppeln, sobald sich dein Mund in Bewegung setzt, sobald dieser zum Sprechen ansetzt. Ich beobachte akribisch, wie deine schmalen Lippen Worte formen. Weiterlesen →

Anja Räubertochter

Reise II – Zwischenwelt

20. Oktober 2014 von

Bild: Gedankensprudler

Bild: Gedankensprudler

Das blaue Neu öffnete die Arme und ließ ihren Körper tief in sich eintauchen. All ihre Lebenskraft und all ihr Mut sanken Meter um Meter in der unbekannten Welt. Hinter ihr schmiegten sich eng starke, salzige Hände an ihren Leib und zogen sie sanft weiter in das Reich, welches unter der bebenden Haut die Stille in Meereswogen einzufangen vermochte. Weiterlesen →

Ideenklau bei den Gebrüdern Kling

Thinka bellt deutsch

17. Oktober 2014 von

thinka

Kurz nachdem ich damals meine schöne Gefährtin in einer Kneipe akquiriert hatte, schrieb sie mir via Facebook: „Kommste runter? Bin grad auf meiner Gassirunde.“ Ich kombinierte messerscharf, dass es nur zwei Erklärungen dafür gibt: Entweder sie besitzt keine eigene sanitäre Anlage oder sie hat einen Hund. Variante 1 favorisierte ich aufgrund meiner Vierbeinerphobie. Diese hielt der Realität aber nicht stand. „Wau! Was für ein riesig großer Hund!“, begrüßte ich das schwarze Monster, das mir sogleich als Hundedame Thinka vorgestellt wurde, die völlig harmlos sei und einfach gern im Mittelpunkt stehe. „Oh, dann passen wir wunderbar zusammen“, rief ich und bin seitdem Thinkas heimlicher Hundeflüsterer. Weiterlesen →

Johannes Döhler

ein heißer sturm zieht durch die adern

16. Oktober 2014 von

Bild: ModernDope

Bild: ModernDope

das wertvolle kommt erst ins gespür, wenn die tänzer den saal verlassen haben

hungrig kleben die erinnerungen im leeren raum und niemand sagt, dass frieden im land herrscht. warum sollten sie den sterbenden die letzten schritte verwehren?

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