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Anja Räubertochter

Es ist an der Zeit

2. Oktober 2014 von

Bild: tiegeltuf

Bild: tiegeltuf

Schwarze Schatten ziehen umher, bleiben hier und da hängen. Auch an einer Stadt aus Türmen. Sie kleben an den alten Fassaden, die zum Teil bunt bemalt mit der Sonne um die Wette strahlen. Kleben an ihnen wie Teer, versagen ihnen das Atmen und tropfen schließlich tiefschwarz und zäh auf den Gehweg. Bei den meisten verhaften sie ungesehen an der Seele und decken farbenfrohe Ideen ab wie ein Leichentuch.
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Ricardo Friedrich

Sport olé olé

1. Oktober 2014 von

Bild: Alexander Klotz

Bild: Alexander Klotz

Eigentlich habe ich mir irgendwann mal hoch und heilig das Indianerehrenwort in Gedenken an die Squaw Schlürfende Bachunke gegeben, dass ich Beiträge – egal welcher Art – mit bestimmten Sätzen niemals beginnen werde. Kennste sicherlich, solche ausgelutschten Bemerkungen, die schon in diesen Groschenromanen auf’m Bahnhof die Geschichte vom langhaarigen Sergio einleiten, der über fünf Ecken die Ramona kennenlernt und sich bis zur großen Hochzeit mit Melkschemmelweitwurf und Milchkannenwettlaufen dreimal den Knöchel verstaucht, vier Nahtoderfahrungen überlebt und einmal Geschlechtsumwandlung und zurück durchschreiten muss. Weiterlesen →

Alternativloser Konsum

Verkaufsoffener Sonntag

30. September 2014 von

Bild: David Blackwell

Bild: David Blackwell

Prolog: Der leitende Redakteur einer Tageszeitung aus Görlitz schrieb heute in einem Kommentar zur Diskussion über verkaufsoffene Sonntage: “… Diese zusätzlichen Öffnungszeiten dienen vor allem Familien zum Einkaufen von Bekleidung, Schuhen und all dem, was anprobiert werden muss. Das ist in der Woche eben schwieriger. Beim Schlendern gehen die Kunden dann auch mal in ein Schreibwarengeschäft und machen Einkäufe, die sie sonst bei Gelegenheit in der Woche tätigen würden. Dass große Fernseher an solch einem Tag weniger über die Ladentheke gehen, ist nicht verwunderlich. Die Einkaufssonntage dienen also der Familienfreundlichkeit in Görlitz. (…) Sie sichern Jobs und damit die Existenz von Familien. Vielleicht sollte das auch mal der Familienbeauftragte bedenken. Ansonsten ist er fehl am Platz.” Wir bewundern diese völlig neue Sicht auf zusätzliche Einkaufstage und den Klartext. Deshalb schenken wir dem geschätzten Lokaljournalisten eine Geschichte mit weiteren Argumente pro verkaufsoffene Sonntage. Weiterlesen →

Wenn die Katze endlos wimmert

SOS aus dem Gulli

29. September 2014 von

Bild: Rupert Ganzer

Bild: Rupert Ganzer

Es miaut kläglich aus dem Gulli. Nun schon seit Stunden. Meine schöne Altmannpflegerin wollte morgens halb sechs zur Schicht, wurde aber vom SOS-Mauzen vor unserem Haus aufgehalten. Sie sprintete nochmal mit dem Fahrstuhl hoch und rüttelte mich aus meinem tiefen Wochenendschlaf. „Duhu!!! Heee!!!“ „Wasn los?“ „Wenn eine Katze unter der Erde ist, wenn rufe ich an?“ „Die Tierkadaverbeseitigungsstelle“, antwortete ich wie aus der Pistole geschossen. Ich liebe Quiz vor dem Aufwachen. “Nein Mensch, die lebt noch. Die hockt unterm Gulli. Rufe ich Rettungsdienst, Polizei oder Feuerwehr an?“ „Egal, die machen alle tatütata.“ Wenn ein Katzenleben in Gefahr ist, kennt meine Freundin leider keinen Spaß. Sie drohte mir mit einem Hammer, den ich in Vorbereitung einer zeitlich noch nicht genau bestimmten Ausbesserungsarbeit am Bett neben eben jenes gelegt hatte. Vor vier Wochen. „EH DU EGOARSCH, ANTWORTE! POLIZEI? RETTUNGSDIENDST? ODER FEUERWEHR?“ „Ähm, Feuerwehr.“ „UND JETZT RÜCK DIE NUMMER RAUS. 110 oder 112?“ „Ich tippe mal auf 112, bin mir aber nicht hundertprozentig sicher. Wir können zur Sicherheit bei der Polizei nach der richtigen Nummer fragen…“ Weiterlesen →

Anja Räubertochter

In den Mixer

26. September 2014 von

 

Bild: Victor Hertz

Bild: Victor Hertz

Mir reicht es. Ich öffne das Fenster und gebe dem gläsernen Mixer ein One-Way-Ticket aus dem Fenster Richtung Straße. Zehn Meter weiter unten hat er sein Ziel erfolgreich erreicht und zerschellt krachend auf dem Kopfsteinpflaster. Ein Scherbenmeer, welches jetzt nur noch eine Aufgabe hat, nämlich dort zu liegen und in den Bruchstücken die Sonne zu reflektieren. Natürlichkeit im Kontrast zur geschaffenen Ablenkung. Natürlichkeit gewinnt. Weiterlesen →

Auf einem guten Weg

Möwenscheiße

24. September 2014 von

2014-09-07 16.50.56

Versonnen schaue ich dem eleganten Flug der Möwen über mir zu. Kein einziger ängstlicher Gedanke daran, dass sie kacken könnten. Aus dem kleinen Transistorradio neben mir sollte dazu, so stelle ich es mir vor, leise Soulmusik dringen. Klingt aber nicht nach Soul. Weiterlesen →

Der Kopf ist ab

Mit fetten Katzen auf Kaffeefahrt

22. September 2014 von

Bild: Tjflex2

Bild: Tjflex2

Ob sie mal “Remoulade, oder so was in der Art” für ihn hätten. Ich glaub es hackt. Doch die eifrige Kellnerin mit strammem Dutt und perfekter Lippenkontur eilt in Richtung Küche. Immerhin hat der Laden hier 5 Sterne, was der Remouladen-Blödmann natürlich als Freifahrtschein für die ungehemmte Veröffentlichung seiner geistigen Beschränkung begreift. Er hat schließlich bezahlt und allein das zählt. Hat man ihn doch in den letzten 300 Arbeitstagen wieder täglich unsanft mit dem Gesicht in die eigenen Unzulänglichkeiten getunkt. Da wird man doch wohl mal nach Remoulade fragen dürfen! Weiterlesen →

Ricardo Friedrich

Das Zwieback-Dilemma

19. September 2014 von

Zwieback

Da schlägst du Sonntag früh die Augen auf, sagst dir “Yeah, du olle Hippe, das wird DEIN Tag” und dann unmittelbar danach so etwas: ALLE KAPUTT! Beim Öffnen einer diese Woche neu erworbenen Packung feinster zweifach gerösteter Backwaren musst du mit Erschrecken feststellen, dass du hinterhältigst getäuscht wurdest. Ich bin unpässlich! Und wie kommt sowas? Weiterlesen →

Meine Welt ist schön

Edeka

17. September 2014 von

080

Gerne schlendere ich in meinen freien Stunden durch die anregende Warenwelt eines örtlichen Edeka-Marktes. Säuberlich aufgereihte Schokoladenriegel beruhigen meinen vom Alkohol des Vorabends und den Weltproblemen aufgewühlten Verstand und geben mir auf wundersame Weise verlorenes Vertrauen in die Menschen zurück. Schon beim Einschwenken auf die liebevoll gestalteten Parkierungsflächen scheinen mir selbst dunkeläugige Dschihadisten mit ihren gezückten Maschinenpistolen weit weniger bedrohlich. Weiterlesen →

Henning H. Wenzel

Der Austauschschüler

15. September 2014 von

Bild: Brian Klug

Bild: Brian Klug

Es klingelte an der Haustür und als Kalle noch etwas verschlafen die Tür öffnete, traute er seinen Augen kaum. Vor der Tür stand Eddi und grinste ihn an. Kalle griff ihm geistesgegenwärtig an die Jacke und zog ihn hastig in die Wohnung. Als er drin war, sah Kalle hektisch im Treppenhaus nach, ob sich außer ihm eventuell noch jemand im Haus befand. Niemand war zu sehen, nichts war zu hören. Kalle schloss die Tür, drehte den Schlüssel dreimal im Schloss und stürzte zum Fenster, das zur Straße ging. Unten war nichts Auffälliges zu beobachten. Er zog die Gardinen zu und löschte das Licht. Weiterlesen →

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