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Kein bisschen Frieden

Verfluchte gute Nachrichten

10. Dezember 2015 von

Bild: debaird

Bild: debaird

Ich hab die Schnauze voll von guten Nachrichten. Gestrichen voll. Im dicken Strahl kotzen könnt ich, sobald wieder so ein debil grinsendes Gute-Laune-Gesicht mit aufgesetzter Clownsnase in der städtischen Lungenklinik auf Station auftaucht und ungefragt „wird schon, Leute“ in den langen Gang ruft, „so ne Unterschenkel-Amputation ist ja immerhin kein Beinbruch“. Weiterlesen →

Ein Manifest für überdachte Straßen

Neues aus Otterwa

8. Dezember 2015 von

Bild: Michelle Bender

Bild: Michelle Bender

„Warum ist denn hier immer noch Baustelle? Der Kreisverkehr zur Autobahn ist doch längst fertig…“ Meine Geduld führt Selbstgespräche an einer Baustellenampel auf der B115. Dann fällt es mir wieder ein, stand doch erst vor ein paar Tagen in der geliebten Heimatzeitung: Hier werden Tunnel gebaut. Für Fischotter. Nicht zwei oder drei. Nein: Sieben Stück entstehen, weil das die mächtige untere Naturschutzbehörde fordert. Mein Umweltherz pocht laut und warm. Endlich sinnvolle Bauwerke. Schließlich wimmelt es nur so vor Fischottern an der 115. Hat jeder schon erlebt, der sich morgens von Görlitz auf den Weg nach Kodersdorf begibt, um gegen magere Bezahlung große Bäume zu zersägen: Ständig jagen die kleinen Schlawiner über die Straße. An den Fahrbahnrändern türmen sich die Marderleichen und so manches Kreuz erinnert an einen kleinen Otti, für den der Bremsvorgang zu spät einsetzte. Weiterlesen →

Drei auf's Maul

Variationen vom Vorspiel an geschäumtem Rahmsüppchen

3. Dezember 2015 von

Bild: cyclonebill

Bild: cyclonebill

Selten, allzu selten denken wir Menschen nach über Dinge, die uns so lässig über die vom Wohlstandsfett triefenden Lippen gleiten wie ein mit Vaseline eingestrichenes Fieberzäpfchen zwischen die erhitzten Hinterbacken. Weiterlesen →

Dieser Weg wird kein leichter sein

Antiterrorsaufen

1. Dezember 2015 von

Bild: txmx 2

Bild: txmx 2

An einem nasskalten Dienstagabend tanzte ich mit der Liebsten durchs Wohnzimmer. Meine schöne Altenpflegerin hatte eine holländische Version von Roland Kaisers „Extreme“ im Mobiltelefon aufgelegt und den Blauen-Zahn-Lautsprecher auf Anschlag gedreht. Dann frischten wir unsere Kenntnisse im Disko-Fox auf. Vorher hatten wir griesgrämige Gestalten im TV beobachtet. Sie erklärten uns mit versteinerten Mienen, wie ernst die Lage sei und versuchten uns zu motivieren, trotzdem auf den Weihnachtsmarkt zu gehen. Glühweinsaufen gegen den Terrorismus. Endlich eine sinnvolle Strategie, ein Mitmachangebot auch für besorgte Bürger. Weiterlesen →

Daniel Jurke

Sunday, gloomy sunday

26. November 2015 von

Bild: Andrew

Bild: Andrew

Es ist Sonntag, grau und der Regen gibt ein Dauergastspiel. Ich möchte heut nicht raus, nichts sehen und nichts von der Welt mitbekommen. Wir sitzen auf der Couch: der Kater döst und ich schaue, dank der Segnungen des Internets, die neuesten Folgen meiner Lieblingsserie. Meine Stimmung bessert sich.
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Für Euch gesehen

About: James Bond 007 „Spectre“

24. November 2015 von

Bond

Der Koch kennt die Situation, dass dem Saucenfond die Überreduzierung droht und die Angst aufsteigt, einen flüssigen Brühwürfel zu produzieren. Was jetzt rein, Wasser, Wein, Sahne, Butter? Die Macher von „Spectre“ haben eine Story in die Kasserolle geworfen, die verlängert (auf 147 Minuten), aber fettreduziert und fade rüberkommt. Gewollt war offenbar ein „downsizing“, ein „back to the roots“ ohne Übertechnisierung und Gigantomanie. Gut abgeschmeckt mit Style, Action und Affaire de Coeur wurde leider nicht.
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Henning H. Wenzel

Text mit Einhorn

17. November 2015 von

Bild: alo-fok

Bild: alo-fok

Ich sitze am Fluss. Ja, wieder einmal und ja, ich habe einen Fluss vor der Tür. Also nicht direkt vor der Tür, aber auch nicht weit weg. Nur ein paar Minuten zu Fuß.
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Bernd Roloff

About: „The Prodigy“ Live in Hamburg

11. November 2015 von

prodigy

Als sich letzten Samstag die Alsterdorfer Sporthalle in Hamburg leerte, stand etwa 15 mm Kondensat auf dem Hallenboden vor dem Bühnenbereich. Die „Prodigy-People“, die „Warriors“ wie die Kapelle ihr Publikum nennt, schlurften nach 90 schweisstreibenden Minuten Richtung Ausgänge und verteilten das Körpernass von 6000 Leibern flächendeckend zu einem Film mit dem belebenden Hautgout eines jung erschossenen Fuchses.
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Aus gegebenem Anlass

Wir haben es geahnt

9. November 2015 von

2015-10-09 17.14.04

Noch in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1989 sind wir nach Berlin gefahren. Zu sechst, aus Freiburg, in einem alten klapprigen Studentenmercedes. Wir wollten den Fall der Mauer stoppen. Mit Händen und Füßen und fetten Bleigewichten im Rucksack haben wir uns an die schwebenden Betonsegmente geklammert. Weiterlesen →

Auf Du und Du mit der CSU

Immer wenn ich traurig bin

3. November 2015 von

Bild: Michael Shaheen

Bild: Michael Shaheen

Immer wenn ich traurig bin – und ich bin sehr oft traurig, wenn ich mich so umschaue, was der liebe Gott alles an menschlichen Merkwürdigkeiten geschaffen hat und damit meine Geduld auf eine ziemlich harte Probe stellt – immer also wenn ich traurig bin, dann blättere ich im Buch der dummen Weissagungen. Weiterlesen →

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