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Gästezimmer

Kralle benimmt sich nicht

24. August 2010 von

Nachts

So spät war es gar nicht als wir aus der Bar in die warme Luft
geworfen wurden. Es mag vielleicht halb elf gewesen sein, als meine
zwei Kompagnons grinsend an mir vorbeigeschaukelt kamen. Der
Türsteher warf mir einen bedauernden Blick zu, zuckte mit den
Schultern und erinnerte mich an seine Bitte an meinen Bruder und
mich, wir mögen darauf achten, dass Kralle sich benimmt. “In
spätestens einer Stunde fliegen wir hier raus”, prophezeite mein
Bruder kaum 45 Minuten zuvor, als er Kralle einen verstohlenen Blick
auf ein Mädchen direkt neben ihm werfen sah.

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Wir brauchen mehr Raum

Ich bleibe hier!

23. August 2010 von

Doppelkopf im Blumenland

Letztens las ich in einem Fetzen herrenlosen Zeitungspapiers folgendes:
Ein Einäugiger prophezeite, dass in den nächsten 200 Jahren die Menschheit das Weltall besiedeln muss, wenn sie als Spezies überleben will. Die begrenzten Ressourcen und das Wachstum der Weltbevölkerung würden ihr sonst den Garaus machen.
Dieser Einäugige hatte einige Monate zuvor schon einmal prophezeit: Sucht nicht den Kontakt zu den Außerirdischen, denn die Aliens könnten böse und gefährlich für uns alle sein.
Dieser Ruf nach mehr Raum klang ganz schrill in meinen Ohren. Wo hatte ich den schon mal gehört? Achja, aber das ist schon viel zu lange her. Da würde ja keiner aktuell drüber berichten. Als ich den Namen dieses neuzeitlichen Propheten las, war mir ganz übel: Stephen Hawking.

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Die Funktion der Heiligen im Personennahverkehr

Acht Maltesische Thesen

19. August 2010 von

COSTBORG

Schon Lutter und Wegner schraubten im Jahr 95 ihre 1517 Thesen an die Tür des Wormser Reichstagsgebäudes. Dieser Tradition folgend präsentiere ich hier die Acht Maltesischen Thesen.

These Eins: Der Kostblog ist älter als angenommen. 1567 wurde er durch den Großmeister des Malterserordens in Valletta gegründet und dort seitdem als Herrenausstatter geführt (Foto). Durch Lautverschiebung beim Import nach Kontinentaleuropa ergab sich die sichtbare Abweichung. Weiterlesen →

Konfuzius sagt

Es wäre eine Bitte wert…

18. August 2010 von

Betende Hände

…mehr Zeit zu haben, um einem lieben Menschen ein Lächeln zurück zu schenken, den Kindern ihre Lieblingsgeschichte in der “Extended Version” zu erzählen oder einfach mal nur den Augenblick zu leben.

Foto: Kathleen Mangatter

Multikulturelle Kleiderordnung

Burka? Geil, ey!

17. August 2010 von


Frankreich hat die Burka verboten, auch in Deutschland wird die Kopftuch- und Verhüllungsdebatte geführt – wabernd, gummiartig, ohne richtige Entscheidung, so wie das Finale Holland gegen Spanien. Martenstein schreibt im Zeit-Magazin, er hatte eigentlich vor, Pro-Islamist zu werden, um als Skandalreporter Aufsehen zu erregen. Eine alte Freundin, eine Feministin, habe ihn dann aber aufgeklärt: „Kopftuch ist der neue Punk“. Weiterlesen →

Gastbeitrag von Dirk Noack

Glosse: Die Höllenengel und ihre Kinder

16. August 2010 von

Kraftmesser

Der 14.08.2010 – ein Tag, der in die sächsischen Geschichtsbücher gehört. Die Leipziger Hell`s Angels benefizen Straßenkinder. Man mags nicht glauben. Die bärtigen, harten Jungs mit Harley Tattoo im Hirn und wie kolportiert wird, der Tasche voller Schmutzgeld aus Drogen- und Prostitutionsgeschäften, machen nun auf kinderlieb.

Kinderlieb? Ja, in so einem Harley-Fetischisten lebt auch ein Kind. Ein Kind, das lieb gehabt werden will und das seine Liebe mit anderen Kindern teilen will. Nur: Wer hat schon böse Hell`s Angels oder Bandidos lieb? Leute, die, wie man so liest, um sich schießen, prügeln, Drogen verhökern und mit Frauen handeln sind irgendwie nicht zum liebhaben. Outdoor-Leute, die sich selbst als Outlaws bezeichnen, also meinen, außerhalb des Gesetzes zu stehen, sind nicht glaubwürdig als Benefiz Veranstalter für Kinder.

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Gastbeitrag von Max Liebscht

Alles wie gewohnt

11. August 2010 von

Hochwasser

Wir sind wieder Zuhause, inzwischen wieder mit Strom und am Netz, bloß Trinkwasser muss abgekocht werden. Sogar der abgesoffene Keller ist schon wieder ordentlich und sauber, wie es sich gehört. Wir können alle weiter machen wie gewohnt. Zumindest der zweite Schultag konnte in unserer – nicht abgesoffenen – Schule stattfinden. Tatsächlich ist es hier voll fett durchgerast.

Um zu erkennen, braucht man Kontraste. Ein interessanter Kontrast: Vor Stunden meditiert man ums Fragen des Überlebens. Kurze Zeit späterhält man Andacht darüber, wie verdächtig viel Leergut sich eigentlich im Keller angesammelt hat.

Noch mehr Kontraste fand ich bemerkenswert: Wie meine Kinder reagiert haben bspw. Einer meiner drei Jungen hatte Schulanfang. Mitten im eitel freudvollen Familienidyll aus heiterem Himmel plötzlich die Durchsage, dass man seine Autos auf höher gelegenden Plätze umparken soll. Keine schlechte Unterhaltungseinlage! Da drüben auf der polnischen Seite schon ziemliches Getute und Geblinker zu sehen war, habe ich das ausnahmsweise sogar stracks umgesetzt.

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20%, außer Tiernahrung

Auf den Hund gekommen

11. August 2010 von

Hund, Cocker Spaniel, astkauend

…bin ich noch nicht – ich bin eher Katzenmensch, aber wenn ich sehe, dass so ein Cocker Spaniel durchaus mit einem dürren Ästchen zufrieden ist, überlege ich mir es vielleicht doch, meinen gefräßigen Kater Jürgen gegen ein so genügsames Wesen zu tauschen.

Foto: Kathleen Mangatter

Die Flut kommt

Haben oder sein

10. August 2010 von

Flutopfer

Samstag Abend. Die Nachbarin ruft an. Ein Staudamm ist gebrochen. Eine Flutwelle wird kommen. Ich hätte in dem Moment Entsetzen, Panik und Angst von mir erwartet, ja irgendwie gewünscht. Zwar nicht Mann und Maus, aber immerhin Haus und Hof standen für uns auf dem Spiel. Wer einmal den grauen Schlamm eines Hochwassers aus der Nähe gesehen hat, kann sich den nicht im Wohnzimmer wünschen.

Trotzdem. Ich konnte mich nicht erwehren: ein eigenartiges Lachen, Frohlocken und Entzücken stieg in mir auf: Haha! Jetzt geht es los! Es wird ernst. Ein existentielles Erlebnis stand uns bevor. Mit der Chance zu gewinnen oder zu verlieren.

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Ein Versuch über den Sinn des Lebens

Gott, Existenz und T-2-Flipper

9. August 2010 von

Zeit

Montagnachmittag. Heute ist Montag. Allerdings nur noch 8 Stunden, danach wird es diesen Tag nie wieder geben. Momente, verloren in der Zeit – wie Tränen im Regen (Blade Runner).

Zeit.

Im absoluten Vakuum vergeht keine Zeit. Es findet nichts statt. Ohne Materie gibt es keine Gravitation und auch keine Zeit. Auch Zeit ist relativ! Erklär das mal meinem Chef, wenn ich morgens 5 Minuten zu spät komme.

Ohne Materie gibt es keine Zeit. Die Frage was „vor“ Entstehung des Universums war, stellt sich also nicht. Das ist – jetzt mal strenggenommen – ein echter Klopper. Genau das habe ich mich nämlich früher immer gefragt: Was hat Gott gemacht, bevor er das Universum erschaffen hat? Nur so rumgelümmelt? Im Basement? Kühles Schulli? T-2-Flipper? Und die Idee, die Welt zu erschaffen, wann ist ihm die gekommen? Hä? Er wusste doch immer vorher schon, dass er’s tun würde, also hätte er es ja auch gleich tun können und hätte nicht noch ‘ne Weile damit warten müssen, hm?

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