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Tagediebe on tour (1/2)

Oben unten ohne

13. Oktober 2010 von

reise

Ja, ich habe es getan. Ich kann nicht mehr sagen, wie es über mich kam. Es muss die Hitze dieses nicht enden wollenden Urlaubs gewesen sein. Irgendwann war da diese ungeheure Lust in mir. Dieser Kitzel. Der Reiz des Verbotenen. Die Sehnsucht, das Unaussprechliche zu tun, koste es, was es wolle.

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Lemberg, Lwow, Lviv

Hinter dem Ende der Welt

12. Oktober 2010 von

Lemberg

Lemberg, das klang so vertraut. Lwow hieß es auf polnisch als es noch polnisch war – Lwuff gesprochen. Jetzt ist es ukrainisch und heißt Lviv (Lwiff). Ich hatte mich auf blauen Dunst mit jemanden verabredet, den ich ein paar Stunden auf einem Filmfestival kennen gelernt hatte.

Ich fuhr mit Aufenthalt über Krakau. Und genauso wie dieses Krakau stellte ich mir auch dieses Lemberg vor. Modern, pulsierend, beleuchtet. Im Frauen-Schlafwagen begegnete ich der ersten Ukrainerin. Als ich ihr erzählte, dass ich Schriftstellerin sei (das war das einzig passende Wort auf Russisch, das ich kannte, was dem irgendwie nahe kam), bekreuzigte sie sich. Schriftsteller sind halbe Götter in diesem slawischen Land. Das letzte Mal hatte ich diese Geste bei rumänischen Frauen gesehen, die sich bekreuzigten bevor sie in den Zug einstiegen.

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Anti-Kinder-sind-doof

Mal abgesehen….

11. Oktober 2010 von

Segelboot, Kind

Foto: Kathleen Mangatter

…von kleinen, mittelschweren Peinlichkeiten, mit denen ich zuweilen zu kämpfen habe, wenn ich insbesondere mit meinem 7jährigen "Pimpf" unterwegs bin, wie beispielsweise der nicht zu überhörende Gruß gen Wasserschutzpolizei (oder wie die heissen) "Machts gut, Ihr Luschen!", als wir deren Boot passierten oder der Spruch zum Kapitän: "Weisst Du eigentlich, wie bescheuert du mit deiner Pfeife im Mund aussiehst?", haben sich meine beiden Sprößlinge als absolut seetauglich erwiesen. Also Kinder können doof sein, müssen aber nicht ;)

Mehr Liebe auf der Baustelle Deutschland!

Die neuen Islam-Basher

8. Oktober 2010 von

Der Islam gehört inzwischen zu Deutschland.

Absolute Binsenweisheit, die Herr Wulff da aussprach. Bäcker gehören auch zu Deutschland. Na gut – OK – die Intention war eine andere, sie sollte ja gerade einen Kontrapunkt zu Herrn Sarrazin setzen und damit natürlich auch die ausgestreckten Arme gegenüber den Angehörigen des Islam verdeutlichen. Find’ ich nett. Danke! Nach all dem kalten Genörgele auch mal etwas für die Leute, die in der 1., 2., 3. Generation sich in diesem Land zu Hause fühlen, obwohl ihre Religion nicht die Hauptreligion ist.

Nach der Veröffentlichung von “Deutschland schafft sich ab” wurde ja den Altlinken und Gutmenschen genussvoll vorgeworfen, sie würden reflexartig auf den Ex-Bundesbanker einhauen, weil es in ihrem Elfenbeinturm keine bösen oder kriminellen Ausländer geben dürfe. Maulkorb. Zensur. Interessant jetzt: Die neuen Islam-Basher brauchen nur ein paar Stichworte in die Debatte einzustreuen: Ehrenmord, Terrorismus, Frauenunterdrückung, Jugendkriminalität und schwupps ist – um das hier zu zitieren – “reflexartig” die Klappe runter. Solche Kommentare hatten wir hier im Blog ja auch schon. MDR-Intendant Udo Reiter hat getwittert: “Einheitstag 2030: Bundespräsident Mohammed Mustafa ruft die Muslime auf, die Rechte der Deutschen Minderheit zu wahren.”

Da lacht man sich ja wirklich schlapp. Es ist derselbe Mechanismus: Das Erzeugen von unangenehmen Bildern und Assoziationen, Angst. Millionen von selbsternannten Islam-Experten wissen natürlich ganz genau, worüber sie reden. Weiterlesen →

Gastbeitrag von Bernd-Ingo Friedrich

Einarmiges Fegen

6. Oktober 2010 von

Bad Muskau

Die meiste Kraft hat der Fechter im Handgelenk. Mit ihm muß er nämlich die 90 Zentimeter lange Florettklinge innerhalb von Zehntelsekunden durch die gegnerischen Störmanöver hindurch ins Ziel bringen. Alles spielt sich auf kleinstem Raum ab. Deshalb ist das Fechten auch keine Zuschauersportart. Der Laie bekommt von den Finessen des Zweikampfes gar nichts mit und selbst die zuschauenden Aktiven erraten mehr als sie sehen.

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Früher und heute

Harzen oder Hartzen

5. Oktober 2010 von

Traditionelles Harzen

In den 50ern hatte eine meiner Nachbarinnen drei Kinder und einen Mann. Da das Geld hinten und vorne nicht reichte, fuhr sie täglich 20 km mit dem Fahrrad, um zu harzen. Dazu wurden Bäume angeschnitten, von dort lief das Harz in einen Glasbecher, und von dort aus kam der Rohstoff in einen Eimer, die dann von den Frauen ein paar Kilometer weit getragen werden mussten. Harte Arbeit, gutes Geld.

Nun ist sie fast 80 und fit wie ein Turnschuh.

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Wundermaschine Gedächtnis

Vergangenheitssplitterchen

4. Oktober 2010 von

Kennt Ihr das?

Nee, anders: Klar kennt Ihr das.

Aus frühester Kindheit bleiben einem bestimmte Bilder, Farben, Gerüche (jetzt bitte keinen Assoziationssprung zu dem Foto), Situationen im Gedächtnis haften, die einem später wieder unvermittelt in den Kopf kommen. (Nicht, dass ich sehr alt bin.)

Ich habe früher immer gerne unglaubliche Häuser gezeichnet, und Maschinen, die wahnsinnig kompliziert waren und eigentlich alles konnten. Dabei hatte ich immer Bilder im Kopf die aus der Zeit stammen müssen, als ich 3 oder 4 war und ein bestimmtes Lieblingsbuch hatte, in dem die Charaktere tolle, großartige Maschinen bauten. Überall waren Dinge dran, die sich bewegten, arbeiteten, Geräusche und Rummel machten. Ganz zum Schluss, das weiß ich bis heute, mussten sie fliehen und bauten eine Treppe in den Himmel, indem sie auf ein Treppenstück stiegen, immer die unterste Stufe abmontierten und wieder oben anfügten, bis sie dann in den Wolken verschwunden waren. Weiterlesen →

Mein Lieblingsthema

Eins, zwei, drei, langweilig

30. September 2010 von

Regen an der Neiße

Nach dem dritten Mal passiert im Märchen immer etwas. Entweder schlägt der Ritter den Drachen tot. Oder die Prinzessin findet den rechten Mann. Oder dem Helden geht ein Licht auf. In Wirklichkeit ist das dritte Mal langweilig. Weil wir schon wissen, was kommt und es zur Gewohnheit geworden ist.

Letzten Samstag gab es einen Subbotnik im Dorf unter dem Motto: Gemeinsam packen wir es an. Es ging um den Festplatz für das Treckertreffen, aus dem nach dem Augusthochwasser ein herrlicher Sandstrand geworden war.

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SO NICHT!!!

Vernetzt und zugenäht!

29. September 2010 von

Ich bin doch nicht 1983 auf die Straße gegangen, habe die Volkszählung boykottiert und das Recht auf informationelle Selbstbstimmung erstritten, damit Ihr jungen Läuse jetzt Eure Sozialversicherungsnummer, euer Genom und Eure Körbchengröße ins Netz stellt!

Kánnjawohlnichsein!

Ihr habt noch ein paar Ferraris mehr vor Eure Villa gestellt, als der Google-Street-View-Wagen vorbeigefahren kam! Dit regt ma uff. Weiterlesen →

Noch ein Gedicht

Wenn…

28. September 2010 von

Katze beobachtend

Wenn....

Wenn bernsteinerne Irrlichter
aus dunklem Versteck funkeln
fixierend – hypnotisch
als wollten sie
sonnengemalte Lichtspiele
am Boden bannen
dann erschließt sich mir
ein Bruchteil
der unendlichen Weisheit
der Schöpfung

Foto: Kathleen Mangatter
Text: exsigno

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