Der Mann mit der Flasche in der Hand
Der Wecker reißt dich aus dem Schlaf.
Noch nicht richtig bei Sinnen schwankst
du in die Küche, steckst dir zunächst eine Zigarette an, kochst dir einen Kaffee, wartest bis er fertig ist.
Wut kommt in dir auf, nicht auf dich,
nein, auf die ganze Welt, auf die anderen, dich kotzt alles an.
Scheiß Leben, wieso bin ich noch hier?
Ab morgen muss sich das ändern,
ab morgen trinke ich nicht mehr.Mit Unlust geht er in’s Büro,
ist ständig gereizt, hoch explosiv.
Er ist ein Einzelgänger geworden,
trinkt mit den Kollegen keinen Kaffee,
sie könnten sehen wie er zittert.
Und so geht es jeden Tag.
Bevor er in den Zug einsteigt, wird
am Kiosk noch eine Büchse Bier gekauft.
Die Rettung, tut dem Alkoholspiegel gut.
Nach dreißig Minuten Fahrt steuert
er erstmal seine Stammkneipe an,
muss seinem Drang nachgeben,
ist doch heute das letzte Mal,
ab morgen fängt er ein neues Leben an.Es sind schon viele Morgen vergangen.
Er ist wie ein Hamster im Rad.
Es ist ein Nicht-Vorankommen.
Das Rad muss erst zu Bruch gehen
und der Hamster so richtig auf die
Schnauze fallen.
Vielleicht begreift er dann
den richtigen Weg zu gehen.
Text: Bernd Töpfer
Den Song zur Lyrik gibt es hier: http://www.youtube.com/watch?v=MpYM2l69jpU

