(H)Eis(s)zeit
Ich verstehe, warum man hier Klimaanlagen braucht. Das ist es nicht. Es ist inzwischen 9 p.m und das Thermometer zeigt immer noch über 30 Grad an. Da sehe ich ein, dass man in diesen klassischen amerikanischen Holzhäusern, wo es so gut wie keine Isolierung gibt, Hilfe braucht. Aber muss es dann gleich arktisch sein? Wenn ich dusche, bildet sich jedes Mal eine Gänsehaut, die sich langsam über meinen ganzen Körper ausbreitet. Ich gebe zu, ich bin Warmduscher, in mehr als einem Sinn. Ich mag es, wenn meine Umgebungstemperatur über 16 Grad ist. Ehrlich.
Und wenn ich beim Aufwachen meinen Atem im ersten Sonnenlicht sehe, sehne ich mich doch nach good old Germany. Da ist es zwar meistens draußen nicht soo warm, drinnen dafür aber oberhalb des Gefierpunktes. Ja, ich übertreibe. Aber ich denke, nach drei Wochen des ständigen Temperaturschockens steht mir das zu. Echt jetzt mal. Draußen läuft einem der Schweiß nur so runter, drinnen gefriert er sofort. Nennt sich Shockfrosting. Sorgt für bessere Haltbarkeit.
Mein Körper ist jeglichen natürlichen Temperaturgefühls beraubt, als aber selbst meine abgehärtete Gastschwester beim zweiten Frühstück im Diner mit den Zähnen klappert, frage ich mich ernsthaft: Spinnen die denn, die Amerikaner?
Ich erweitere meine Einkaufsliste um einen Flanellschlafanzug und warme Jogginghosen. Und grinse dabei.
Text/Bild: Barbara Loelf


19. Juli 2012 um 14:56 Uhr
Waren das denn nicht die Römer, die spinnen? Obwohl, die hatten einen Viaduct, keine Einsbärenzwinger.
19. Juli 2012 um 19:51 Uhr
Also ich möchte heute mal erwähnen, dass ich die Fotos wirklich toll finde. Alle bisherigen von Dir.
(Ich finde, dass das nun mal gesagt werden musste)
20. Juli 2012 um 01:08 Uhr
Hier gibt es bestimmt auch genug Italiener, obwohl ich doch das Gefuehl habe, hier hat jeder Verwandtschaft in Deutschland. Vorfahren zumindest. Oder war mal in Deutschland stationiert. Oder hat zumindest einen German Pointer, Shepherd oder aehnliches.
So gesehen…