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Gästezimmer
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Hände im Kopf

22. Februar 2012 von Gastautor

Ihre Hand gleitet langsam über das weiße Bettlaken zum Nachttisch. Sie öffnet ihre Augen leicht, als sie zum Handy greift. Es ist 4:58 Uhr an einem Dienstag. Auf dem Schreibtisch gegenüber brennt noch eine Kerze. Das flackernde Licht lässt die vergangenen Stunden noch ein bisschen weiter leben. Sie mag dieses Zimmer im -Stil. Es passt zu ihr. Sie dreht sich zu ihm, schaut ihn noch einmal kurz an und schließt ihre Augen wieder.

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Keine Zeit

20. Februar 2012 von Gastautor

Vor mir hüpft ein weißes Kaninchen mit Taschenuhr über den Gehweg, ich hetze ihm hinterher. Verdammt, ich bin ja sowas von zu spät! Wie immer in solchen Situationen bin ich hoffnungslos verloren. Der Mümmelmann hat längst gemerkt, dass ich ihm dicht auf den Fersen bin. Er nuschelt irgendwas in seine Uhr und verschwindet mit einem Satz um die nächste Ecke. Ich jage ihm nach, ich hab doch keine Zeit, keine Zeit, keine Zeit.

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Arschkartenabo günstig abzugeben

10. Februar 2012 von Gastautor

Gestern wollte ich fleißig sein, hatte alles vorbereitet, doch aus unerfindlichen Gründen lief es einfach nicht. Ich war aufgekratzt und innerlich unruhig. Kein klarer Gedanke erreichte meinen Kopf. Viel mehr Fantasiefetzen und Wahnvorstellungen. Mr. X geisterte wieder einmal herum, doch – OLÉ – dem habe ich erfolgreich einen Riegel vorgeschoben und ihn irgendwo in meiner Erinnerungsschublade vergraben. Ganzen Beitrag lesen →

Man muss wohl erst ganz unten sein

7. Februar 2012 von Gastautor

Ich saß den ganzen Tag vor meinen Laptop und versuchte, klare Gedanken zu verfassen. Die Betonung liegt hier auf versuchte, denn ich schrieb keine einzige Zeile für meine Hausarbeit. Stattdessen schweiften meine Gedanken immer wieder ab. Meistens zu Mr. X. Es ist wirklich toll, zu was das menschliche Hirn in der Lage ist. Ich sah mich in meiner Wohnung sitzen, total verzweifelt und verheult, auf einmal klingelte es Sturm, ich öffnete mit verquollenen Augen die Tür und davor stand er. Wortlos nahm er mich in die Arme und küsste mich leidenschaftlich. Auwei. Solche Träume beherrschen meine Tage. Diese ganzen Vorstellungen machten es mir natürlich gestern auch nicht unbedingt leichter. Ich war mitten drin in einer dicken, fetten Selbstmitleidsphase und die ganze Welt war böse und schlecht. Ganzen Beitrag lesen →

Scherben von Porzellan

31. Januar 2012 von Gastautor

Diese Nummer werde ich wohl nie wieder brauchen. Verletzt knüllt er eine Notiz in seiner Hand zusammen und will sie schon weg werfen. Moment noch! Sie war doch immer die, die mich wärmte, wenn der Ostwind wieder einmal die Kälte brachte. Die, die mich kämpfen ließ. Die, bei der ich nie nach dem Preis des Glücks fragte, weil ich genau wusste, was ich bekommen würde. Und nun? Die treueste Begleitung meines Lebens kann ich nicht einfach ziehen lassen. Oder doch?

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Regentropfen, die leise an mein Fenster klopfen

23. Januar 2012 von Gastautor

Die letzten Tage waren nicht unbedingt nennenswert. Sagen wir so, ich kämpfe mich zur Zeit einfach zurück ins Leben. Donnerstag Abend, nachdem ich es wirklich geschafft hatte ein paar Seiten für meine Hausarbeit zu schreiben – STOLZ – fuhr ich noch zu Peter, um nicht allein sein zu müssen und um meine spärlichen sozialen Kontakte zu pflegen. Es war wirklich witzig, denn wir können auch im nüchternen Zustand über die Welt herziehen. Wir tranken Wasser, schauten eine Schnulze und schmiedeten wieder Pläne, wie wir die Weltherrschaft an uns reißen könnten. Wir erbauten unsere Häuser mit unseren, natürlich halbnackten, Bediensteten. Für alles gab es Diener. Handtuchhalter/innen, Poolboys/girls, persönliche PostbotInnen, „in den Schlaf KraulerInnen“ Und und und. Ganzen Beitrag lesen →

Elternabend Cabo Verde

18. Januar 2012 von Gastautor

Jasmins Sessions im “Tantra Tempel” begannen stets mit einem Zerren an den Extremitäten und harten Griffen, die ich der Osteopathie zuordnen würde. Jedes mal knackte und knarrte etwas, aber nach dem bösen Geräusch fühlte sich die betreffende Partie besser an, so als wären Blockaden gelöst worden. Dann suchte Jasmin shiatsumäßig Druckpunkte am ganzen Körper auf, oft an Stellen, die ich anatomisch eher weniger interessant finde. Es schloss sich die “Good Vibrations”- Phase an. Der ganze Body wurde zuerst in ausladenden Schwüngen und dann in immer kleineren Aplituden auf dem Futon hin und hergerollt.

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Sag dem Teufel guten Tag

12. Januar 2012 von Gastautor

„Es ist so, als ob der Teufel im Moment um die Häuser schleicht.“ sagte mir vor kurzem eine Freundin mit sorgenvoller Miene. Ich hatte ihr unbekümmert ins Gesicht gelächelt und vermittelt, dass ich ihren Glauben an das alte Ungetüm grauer Vorzeit nicht im Geringsten zu teilen gewillt bin. Doch dieses änderte sich schlagartig.

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Ein einzigartiger Mensch

9. Januar 2012 von Gastautor

Theo Döhler und Jens Müller haben sich 15 Jahre lang das Leben geteilt. Jens war schwer behindert. Schwerste Spastik. Von Geburt an auf den Rollstuhl und Pflege angewiesen. Als seine Oma starb war Jens Müller 30. Es drohte das Heim. Wenn er nicht einen Tag zuvor Theo Döhler kennen gelernt hätte. Zufall? Theo nahm ihn in seine Familie auf, kündigte seinen Job und unternahm mit Jens wochenlange Reisen im Rahmen des Projektes Sozialsignal. Marokko, Frankreich, Mexico, Russland, Kauskasus. Ein Schwerstbehinderter auf Weltreise. Tausende Menschen nahmen Anteil, Theo hielt Multimediavorträge. „Es war uns immer wichtig, dass die Menschen verstehen, wie mit Behinderten umgegangen werden sollte“, erklärte Theo Döhler unlängst in der Sächsischen Zeitung. Man solle freundlich zu ihnen sein, einfach lächeln und sie ernst nehmen. „Jeder Mensch ist einzigartig.“ Ende letzten Jahres ist Jens Müller gestorben. Eine Erinnerung an die Zeit in Russland vor einem Jahr: Ganzen Beitrag lesen →

Die lügen bei Douglas

5. Januar 2012 von Gastautor

Friseurbesuch oder Weltuntergang? Was ist schlimmer?

Die Antwort kann ich Ihnen geben… keines von beiden… ist alles eine mittelschwere Katastrophe! Der Tag heute fing schon scheiße an. Das hätte mir zu denken geben sollen. Aber nein, Madame hat nicht auf ihre innere Stimme gehört, sondern ist artig nach einer fast schlaflosen Nacht mit wilden, bösen Träumen aus dem Bett gehüpft… naja gut, geschlichen. (Wir wollen ja mal nicht übertreiben!)

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