Adieu Schneewittchen

Gestern war mein letztes Mal. Es fällt schwerer als ich dachte, diesen Satz zu schreiben und jetzt, wo ich ihn so kalt und klar und nüchtern – per Beamer für meine von der Trauer geröteten Augen in riesigen Lettern an die kalkweiße Wand vor mir geworfen – sehe, jetzt erst realisiere ich, was das heißen wird für mich und mein weiteres – wenn es denn weiter geht – Leben.
Hemmungslos, lustvoll, mit dramatischem Geräuschen und Spritzern bis an die Decke haben wir uns zum Abschied noch einmal vermählt, uns verschlungen im Rausch der Gefühle, den hormonellen Schüben keine Grenzen der Scham und des Anstandes entgegengesetzt. Die Finger mussten herhalten, wo die gewohnten Instrumente im rasanten Treiben nicht mehr ausreichten, die Lippen glänzten bereits nach dem Intro, bald schon tropften sie und glänzten im Widerschein der um uns aufgestellten Kerzen wie das helle Licht des Bergmanns tief unten in dem vom Wetter bedrohten Schacht.
Es war, fürwahr eine kurze Lust, mit langer Pein bezahlt und doch hatten wir es wieder und immer wieder so gehalten, seit dem Ende des Winters, als Du zum ersten Mal gleichermaßen zart und verwegen Dich an mich schmiegend meinen Abend zu einem Barren glühenden Glücks geschmolzen hast. Trinken, immerzu trinken vom kühlenden Wein musste ich, seit Deinem ersten Kuss, der mich verbrannt hat bis in den siebten, den tiefsten Brunnen meiner Seele. Ausgetrocknet hast Du mich, soviel kann kein Winzer aus seinen Fässern schöpfen un doch habe ich versucht, den Brand Glas um Glas gierig leerend zu lindern, bis das Gedächnis erschöpfte.
Ja, Du hast gelobt, wieder zurück zu kommen zu mir, im nächsten Jahr, wenn die Nordwinde vorüber sind. Doch kann das meinen Schmerz nicht mindern, jetzt, wo Du unerreichbar fern, wo nur die Erinnerung an Deine schneeweiße Königinnenschönheit bleibt, ein letzter leiser verwehender Geruch Deines köstlichen Parfums am Morgen im Bad.
Spargel, geliebter, Adieu!
Bild: Arielle Kohlschmidt

25. Juni 2010 um 10:58 Uhr
Junge, Junge. Jetzt brauch ich erst mal ‘ne Zigarette.
25. Juni 2010 um 11:40 Uhr
Da warten Sie erst einmal ab, was die Pfifferlingzeit so mit sich bringt, liebe Cornelia.
25. Juni 2010 um 13:16 Uhr
Sehr geehrter Herr Kleinkrüger, meine Eltern haben drauf bestanden, mich Corinna zu nennen. Ist zwar auch kein Pfifferling wert, aber so steht’s nunmal geschrieben
25. Juni 2010 um 13:27 Uhr
Bild und Text harmonieren nicht, schreibe ich mal – auch wenn es evtll. weder Cornelia noch Corinna interessieren mag
25. Juni 2010 um 14:16 Uhr
Der nach dem Verzehr von Spargel eintretende typische Geruch des Urins ist auf Abbauprodukte wie S-Methyl-thioacrylat sowie auf dessen Methanthiol-Additionsprodukt S-Methyl-3-(methylthio)thioproponiat zurückzuführen.
Aber köstliches Parfum klingt natürlich hübscher.
25. Juni 2010 um 23:40 Uhr
Der Axel ist wohl schon im Wald, weil sein Bild nicht mehr angezeigt wird.
26. Juni 2010 um 13:58 Uhr
Das ein oder andere Brett habe ich vor dem Kopf, Niels, insofern könntest Du recht haben.
28. Juni 2010 um 09:34 Uhr
1. Ich habe noch Beelitzer Export in der Tiefkühltruhe, damit ich nicht wieder so blöde dastehe wie sonst im Juli.
2. Zählt die Kirsche aus Werder durchaus als Ersatzdroge, auf die wir uns in Kürze freuen.
3. Nee, also wirklich!
28. Juni 2010 um 15:36 Uhr
Hey, Kathy! Halt’mal fürn Zwanni n bisschen was von dem Beelitzer Export zurück. Ich hab nur noch n bissl was Klaistower Gold gebunkert, aber der flasht nich so spacig.