14 Arten Schwung ins trübe Leben zu bringen

Lustlos? Träge? Oder einen Schwarzen Peter verschluckt? Macht nichts. Das kommt in der besten Kinderstube vor. So individuell gestrickt wie wir sind, so unterschiedliche Techniken lösen unsere Sorgen. Leider nicht immer sehr lang anhaltend. Und ich gebe auch zu: Es hat immer etwas damit zu tun, dass man – nun ja – etwas tun muss, wozu man ja genau in dem Moment keine Lust hat. Ein Schrittchen muss also getan werden. Wenn es das richtige ist, dann rollts anschließend wie von allein. Hier meine Tipps, die beliebig ergänzt werden können.
Ersatztechniken funktionieren ungefähr so: Hast Du einen Schmerz im linken Zeh? Dann wirf einen dicken Stein auf den rechten. Der Schmerz im linken wird sicher verschwinden und der im rechten dich erst nach einer Weile plagen.
1. Die kalte Dusche ist ein absoluter Klassiker und in allen Irrenhäusern der Geschichte bestens getestet. Ob bekleidet oder unbekleidet – egal. Das Wasser gibt Dir pure Lebensenergie.
2. Drogen aller Art – klar, ein alter Hut. Machen ja täglich Millionen. Leider mit zu vielen Nebenwirkungen verbunden und einem blödsinnigen Mechanismus: Erstens braucht man immer mehr und zweitens ist nach einer Weile das Leben mit der Droge überhaupt nicht mehr schöner, ohne Droge dann aber gar nicht mehr zu ertragen.
3. Folgende Yoga-Position funktioniert garantiert: Hinknien, dabei den Oberkörper nach hinten beugen und mit den Händen auf den Hacken abstützen, Becken nach vorn drücken. Position halten. Was soll ich sagen? Da gibt’s keinen trüben Gedanken weit und breit.
4. Fallschirmspringen, Bungeejumping, Extrembergsteigen etc. etc. etc. Alles, was das arme Seelchen denken lässt, dem Gevatter Tod schon auf der Schippe zu sitzen. Wie freut es sich dann, wenn es mal wieder von eben dieser Schippe gesprungen ist!
Gewohnheiten durchbrechen ist zugegeben immer mühselig. Aber es gibt auch sehr spaßige Möglichkeiten.
5. Händetausch. Rechtshänder machen alles mit links und Linkshänder mit rechts. Das hat mir so manche Langeweile in der Schule vertrieben. Wirklich gut bin ich im Linksschreiben allerdings nie geworden.
6. Verbinde dir die Augen und versuch damit deinen üblichen Weg zum Supermarkt zu finden.
7. Schlafen. Logisch: wer schläft, denkt nicht.
8. Sollte Schlafen nicht funktionieren, dann bist du bestimmt der Typ, der das genaue Gegenteil braucht: Zwei Tage nicht schlafen.
9. Fasten bringt alles herrlich durcheinander. Wenn du damit zu tun hast, jede Treppenstufe einzeln zu bewältigen, kannst du nicht gleichzeitig Trübsal blasen. (Von der massenhaften körpereigenen Drogenausschüttung mal ganz abgesehen.)
Oder mal ganz was anderes? Dann empfehle ich Trancetechniken. Die finden sich in allen Religionen oder an einigen Stellen im Guinness Buch der Rekorde. Bei diesen Methoden geht’s darum, Körper und Geist um ihren üblichen Verstand zu bringen. Im Prinzip kann man alles machen, was man sich vorstellen kann. Wichtig ist die hartnäckige Wiederholung.
10. Der Derwischtanz ist eine ganz entzückende Methode und in den wallenden Kleidern sehr hübsch anzusehen. Die Grundschritte sind einfach zu erlernen. Immer im Kreis. Drehen, drehen, drehen, drehen, drehen. Dabei in den Knien hoch und runter gehen. Na?
11. Hyperventilieren. Anhaltend schnell atmen wie beim Hecheln bis alle Sinne Kopf stehen.
12. Mantras singen. Nach 500 Mal "Krishna, hare hare Krishna" hab ich ihn auch über mir schweben gesehen. Oder wars andersrum?
Entspannungs-Techniken sind langfristig gesehen am effektivsten, aber erfordern leider auch ein jahrelanges Training.
13. Stell dir vor, du bist glücklich. Du musst es nicht wirklich sein, denn du bist ja im Moment auch total unglücklich. Stell es dir einfach vor. Wie würde sich das anfühlen? Nach langem Üben wirst du merken, dass es zwischen der Vorstellung und dir gar keinen Unterschied mehr gibt. Der menschliche Geist ist erstaunlich.
14. Nicht mehr denken. Eine sehr schwierige Technik. Das Ergebnis kann jeder schon mal in den heiteren Gesichtern tibetischer Mönchen bewundern.
Viel Spaß beim Ausprobieren! Risiken und Nebenwirkungen besprecht aber bitte vorher mit Euren Freunden.
Foto: René Beder

3. Februar 2011 um 15:40 Uhr
“Schwarzen Peter verschluckt?” mein neuer Lieblingssatz. Passt immer. Und klebt nicht!