Soweit kommt's noch
26. Januar 2012
von Mike Altmann

“Ausweis. Na hopp, hopp, Freundchen.” Meine Taschenlampe mit Energiesparleuchte blendet den Vermummten. Er trägt Handschuhe, eine Kapuze und hat seinen Mund durch einen Baumwollschal unkenntlich gemacht. Aber nicht mit mir! Flashmobs werden seit Januar 2012 hier schon im Keim erstickt. Ich betäube ihn mit Reizgas und zücke triumphierend meinen Füllfederhalter aus dem Lederetui. Notiere Name und Anschrift und Augenfarbe und Körpergröße in meinem Block. Weiterlesen →
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Durch die rosa Brille
25. Januar 2012
von Mike Altmann

Als mein Wecker wie immer um 6.29 Uhr klingelt, weiß ich sofort Bescheid. Von meinem Kissen flattern verschwitzte Schmetterlinge. Aus dem Fenster klingt es nach Vögeln. Das Radio singt „Love is in the Air“. Heute ist Loveday. Weiterlesen →
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Aus der Apothekenumschau
24. Januar 2012
von Axel Krüger

Kürzlich pinkelte ich beim Besuch meines alten Freundes in eine edle keramische Schüssel mit einem Deckel aus Ahornimitat, als mir recht lustige Gedanken kamen. Ich kann mich nicht mehr an die Gedanken erinnern, die Waschmaschine lief und spülte alles weg. Dazu sang ein kubanischer Sänger unendlich traurige Lieder. Es war ein schöner Samstagnachmittag im Januar, der Regen vermischte sich gerade mit schwerem Schnee. Ich hatte mich an diesem Morgen noch im Bett dazu entschieden, eine Niere zu spenden, dann aber meine Zähne mit Wirkzahncreme geputzt und den Gedanken verworfen.
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Tante Glubschies Tagebuch
23. Januar 2012
von Gastautor

Die letzten Tage waren nicht unbedingt nennenswert. Sagen wir so, ich kämpfe mich zur Zeit einfach zurück ins Leben. Donnerstag Abend, nachdem ich es wirklich geschafft hatte ein paar Seiten für meine Hausarbeit zu schreiben – STOLZ – fuhr ich noch zu Peter, um nicht allein sein zu müssen und um meine spärlichen sozialen Kontakte zu pflegen. Es war wirklich witzig, denn wir können auch im nüchternen Zustand über die Welt herziehen. Wir tranken Wasser, schauten eine Schnulze und schmiedeten wieder Pläne, wie wir die Weltherrschaft an uns reißen könnten. Wir erbauten unsere Häuser mit unseren, natürlich halbnackten, Bediensteten. Für alles gab es Diener. Handtuchhalter/innen, Poolboys/girls, persönliche PostbotInnen, „in den Schlaf KraulerInnen“ Und und und. Weiterlesen →
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Was für Schlamm?
19. Januar 2012
von Mike Altmann

Meine Eltern sind weltoffen und den modernen Dingen zugeneigt. Mutter kennt alle Superstars und Supertalente seit der Geburt Dieter Bohlens. Vater zählt zu den Early Adoptern. Davon verstehe ich nichts. Habe mir aber erklären lassen, dass diese Menschen bei Computern, Kameras, Fernsehern, Dolby Surround Home Entertainment Anlagen und Mobilen Telefonen immer das aktuelle Modell haben müssen, sonst beginnt die Haut zu jucken. Oder so. Weiterlesen →
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Jack Sparks
18. Januar 2012
von Gastautor

Jasmins Sessions im “Tantra Tempel” begannen stets mit einem Zerren an den Extremitäten und harten Griffen, die ich der Osteopathie zuordnen würde. Jedes mal knackte und knarrte etwas, aber nach dem bösen Geräusch fühlte sich die betreffende Partie besser an, so als wären Blockaden gelöst worden. Dann suchte Jasmin shiatsumäßig Druckpunkte am ganzen Körper auf, oft an Stellen, die ich anatomisch eher weniger interessant finde. Es schloss sich die “Good Vibrations”- Phase an. Der ganze Body wurde zuerst in ausladenden Schwüngen und dann in immer kleineren Aplituden auf dem Futon hin und hergerollt.
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Dagegensein ist alles
16. Januar 2012
von Tom Kleinrensing

Wofür sind Sie dagegen, stand als Überschrift des Editorials der letzten Ausgabe eines Wirtschaftsmagazins, welches mir ein guter Freund vor einiger Zeit als Geheimtipp empfahl. Für knapp acht Euro kann man auch in der Wirtschaft seiner Qual das Tagesmenü inklusive eines kohlensäurefreien Getränkes erleiden. Ob allerdings dadurch auch so viel nachhaltige Freude aufkommt, ist mehr als fraglich. Aber dies ist eine gesonderte Geschichte, das mit dem `Fast to go-`, Fast zum Gehen, Angeboten der Eckwirtschaften. Weiterlesen →
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Bin ich Erika Berger?
13. Januar 2012
von Mike Altmann

Im fortgeschrittenen Alter steigt man zum Berater auf. Auffallend häufig werde ich in letzter Zeit gefragt: Was ist eigentlich Liebe? Die das wissen wollen sind deutlich jünger, sehen besser aus und gehören zu einer Minderheit, die wir als Frauen zusammenfassen. In gut gelaunten Momenten antworte ich mit der Stimme von Spejbl. Oder heißt der Vater Hurvinek? Egal, da ich so gut wie nie gut gelaunt bin, bleibt die Stimme im Bauch. Weiterlesen →
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Anja Knobloch
12. Januar 2012
von Gastautor

„Es ist so, als ob der Teufel im Moment um die Häuser schleicht.“ sagte mir vor kurzem eine Freundin mit sorgenvoller Miene. Ich hatte ihr unbekümmert ins Gesicht gelächelt und vermittelt, dass ich ihren Glauben an das alte Ungetüm grauer Vorzeit nicht im Geringsten zu teilen gewillt bin. Doch dieses änderte sich schlagartig.
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Neulich hinter Indien
11. Januar 2012
von Axel Krüger

Kürzlich kreuzten mittags ein Trottel, ein Dreckschwein und ein hässlicher Kerl meinen Weg. Ich wollte eigentlich gerade Glasrein kaufen, doch eine Einladung zum Aschermittwochsumtrunk schlag’ ich nicht aus und so warf ich alle meine Pläne über den Haufen und schloss mich den drei verwegenen Burschen an. Ich hatte noch genug klimpernde Münze in der Jackentasche vom morgendlichen Pokerspiel mit meinem Podologen, dem ich ordentlich die Hosen ausgezogen hatte und so war mir nicht bang vor den vielen Kiosken, die vor uns lagen.
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